Jede Woche neu:
Der Blick durch die Tauchermaske
GESUNDER MENSCHENVERSTAND
Den haben wir Alle! Böse Zungen behaupten zwar einige mehr und andere weniger.
Warum das? Verstand wird fälschlicher Weise mit Wissen gleichgesetzt. Das Wissen müssen wir uns jedoch erarbeiten, das bekommen wir nicht in die Wiege gelegt wie den Verstand.
Es liegt also an uns, was wir aus unserem Verstand machen.
Klar doch, sagt sich da Otto Normaltaucher und besucht Spezialkurse, im Taucher Fachjargon Specialtiy genannt. So weit so gut, oder eben auch nicht.
Mein Verstand sagt mir, dass wenn ich einen Spezialkurs absolviere, ich danach was kann, was gelernt ich habe, eben ein Spezialist bin.
Weit gefehlt! Nicht so in der Taucherei. Da wird so ein Specialtiy in nur einem Tag gemacht und schon darf man sich Spezialist nennen.
Zum Beispiel Unterwasser Naturalist. Man weiss danach zwar, dass man Koralle ohne ck schreibt, das war’s dann schon. Erkennen und zuordnen, was das für eine Koralle ist, weit gefehlt. Keine Ahnung, dass das eine Säulen Porenkoralle aus der Familie der Hexacorallia ist.
Spielt ja auch keine Rolle, Hauptsache es gibt ein Plastikkärtchen und man ist ein Spezialist. Wo bitte ist da der gesunde Taucher- äh… Menschenverstand geblieben?
Gesunder Menschenverstand, genau das wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
Das richtige Mass
Nicht zuviel, nicht zuwenig, halt das richtige Mass haben. Das mögen sich sehr viele denken ob dem vielen Regen, der die Wasserpegel in ungeahnte und beängstigte Höhen hat steigen lassen. Wasser ist ja gut, allseits bekannt, brauchen wir Menschen und die restliche Natur zum leben. Zuwenig davon lässt alles vertrocknen, davon können wir hier in der Wüste ein Lied singen. Zuviel ist auch nicht gut, überschwemmte Gebiete, das will auch keiner. Das richtige Mass eben.
Das richtige Mass, nicht zuviel nicht zuwenig, gilt auch für uns Taucher genau so wie für die Natur da unten.
Einem Platzregen gleich, schwimmt der Schwarm unzähliger kleinster Fische direkt auf mich zu um dann kurz vor der Berührung in sekundenschnelle abzudrehen um eine neue Runde der Schwarmbewegung einzuläuten. Faszinierend dieses Schauspiel zu beobachten.
Dass der Schwarm nicht zu gross wird und das ganze Wrack in Beschlag nimmt, um das sie sich tummeln, dafür sorgt Mutter Natur. Den zuviel davon wäre genau so problematisch wie zu viel Regen.
Der natürliche Ausgleich finden, das so wichtige im Gleichgewicht bleiben, das richtige Mass eben, dass ist das was zählt.
Das richtige Mass finden, genau das wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
OHNE PARKBUSSE
Wer jetzt denkt das betrifft ja nur die Autofahrer, liegt schon mal falsch. Mittlerweile gibt es in vielen Städten auch Parkbussen für Zweiradfahrer. Dazu gehören auch Fahrräder oder Velos wie die Dinger in der Schweiz genannt werden. Bei der momentanen Finanzknappheit die Vater Staat hat, ist schon bald damit zu rechnen dass es künftig auch Parkbussen für Fussgänger geben wird. So nach dem Motto, wer länger aus 5 Minuten am gleichen Ort stehen bleibt, wird zur Kasse gebeten.
Ab solchen Aussichten bleibt nur eines übrig, abtauchen!
Unterwasser gibt es noch keine Parkbussen, da ist die Freiheit bekanntlich noch grenzenlos.
Dass muss sich auch der Fahrer des Autos gesagt haben, der da in rund 25 Meter Tiefe, seine Karre parkiert hat. Ganz umweltverträglich hat der Besitzer des Vehikels vorher gewissenhaft alle Öle, Flüssigkeiten und sonstige schädliche Bestandteile entsorgt.
Dafür hat er, klar doch, Entsorgungsgebühren abgedrückt.
Was soll’s mit dem Ärger einer Parkbusse muss es nicht mehr rechnen. Vielmehr noch, er tut dabei was Gutes und stellt den Lebewesen unter Wasser ein kostenloses Heim zur Verfügung.
So schön könnte parkieren sein, wenn da, wer ahnt es, keine Parkbusse unter dem Scheibenwischer meines Autos wäre, dass ich vor dem Tauchgang ordnungsgemäss parkiert habe.
Eine Woche ohne Parkbusse, genau das wünscht euch
Johann Vifian
PRALINEN
Ob Taucher oder nicht, die meisten kennen die Szene. Auf der Bank sitzend erzählt er über sein Leben. Life is like a box of chocolates - you never know what you're gonna get. Tom Hanks als Forrest Gump im gleichnamigen Film.
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen
- man weiss nie was man kriegt. Obwohl Forrest Gump im Film nicht selber taucht, genau so ist es bei jedem Tauchgang. Man weiss nie was einem erwartet.
Wenn man dann dabei auf eine Nacktkiemenschnecke trifft die im schönsten Mokka Schokoladen braun daherkommt, verziert mit einem feinen braunen Band kombiniert mit weisser Schokolade und einer Krone drauf, besser und schöner kann dies kein Confiseur machen. Confiseur nennt sich die Berufsgilde welche Pralinen macht. Cailler of Switzerland, Lindt und Sprüngli, weltbekannte Namen die Pralinen herstellen. Nein nicht herstellen, das wäre zu profan ausgedrückt. Die das Produzieren von Pralinen zur der Kunst erhoben haben.
Ich bin mir sicher, einige davon sind Taucher und lassen sich, so wie ich, inspirieren von der Vielfalt und Einzigartigkeit, von dem was uns die Welt unter Wasser bei jedem Tauchgang zu bieten hat. Ganz einfach, jeder Tauchgang ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiss nie was man kriegt.
Pralinen genau das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
EINEM GESCHENKTEN GAUL …..
…..schaut man nicht ins Maul. Was nichts anderes heisst, ein Geschenk soll man nicht bemängeln sondern dankbar annehmen. Das haben schon die alten Römer gesagt.
Noli equi dentes inspicere donati hiess es damals. Auf gut Deutsch: Nimm die Zähne eines geschenkten Gaul nicht so genau unter die Lupe.
Dazu sollte man wissen, warum man das nicht tun sollte. An den Zähnen erkennt ein Kenner das Alter des Gaul und somit dessen Wert als Nutztier.
Da stellt sich mir die Frage: Ist das bei den Fischen auch so?
Wenn dem so wäre, wie kommt ein Taucher dazu dem Fisch ins Maul zu schauen?
Ich denke nur wenn man das Glück hat, einen Fisch zu beobachten der das Maul, freiwillig so weit wie möglich öffnet.
Ja und wo sind da die Zähne? Viele Fische haben keine. Somit war es mir nicht möglich das Alter und somit den Wert einzuschätzen.
Das ist auch gut so! Denn wie heisst es doch: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Also nehme ich das Geschenk so etwas seltenes life zu sehen und sogar noch fotografieren zu können, dankend an und freue mich darüber.
Macht es in der kommenden Woche genau so.
Freut euch über einen geschenkten Gaul und schaut ihm nicht ins Maul.
Johann Vifian
REGENSCHIRM
Für viele von uns als notwendiges, wenn auch nützliches Übel eingestuft. Denn einen Regenschirm brauchen wir wenn es regnet. Und wer hat Regen schon gerne, besonders im Frühling, wenn es schon seit Tagen regnet, anstatt dass die Sonne scheint.
Sonne! Klingelt da nicht was? Klar doch es gibt ja auch Sonnenschirme. Zum Schutz gegen die direkte Sonnenstrahlung und um etwas kühlenden Schatten zu haben. Zum Beispiel im Strassenkaffee oder Biergarten, sich wohltuend ausruhend unter einem Sonnenschirm sitzend, mit netter Begleitung plaudernd, einfach so in den Tag hinein leben.
Bittschön, träumen darf ja noch erlaubt sein, besonders bei so einem Regenwetter.
Keine Träumerei, sondern eine klare eindeutige Taucherwahrheit. Regenschirme gibt es auch Unterwasser. Oder eher doch Sonnenschirme?
Egal, Hauptsache Schirm. Denn genau so kommt mir die riesengrosse Fächerkoralle, sie heisst auch Riesen-Fächerkoralle –Anella mollis- vor, welche in gut 30 Meter Tiefe einem überdimensionalen Regen- und oder Sonnenschirm gleich über der Riffwand ragt.
So gross, dass darunter problemlos mehrere Taucher ein Plauderstündchen, wie im Strassenkaffee, abhalten könnten. Ohne dabei vom Regen nass zu werden, denn nass sind wir Taucher ja schon.
Einen Regenschirm, für was auch immer, das wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
AUGENBLICK
Ein kurzer Augenblick genügt und schon sind wir registriert. Für immer und ewig.
Nicht auf einer Festplatte von irgendwelchen Überwachungsforen sondern in unserer eigenen Datenbank. In unserer Festplatte, in unserem Gehirn. Denn das hat die Fähigkeit sich Gesichter zu merken. Ein kurzer Augenblick reicht aus. Was wir noch tun, ist dem Gesicht einen Namen geben. Manchmal vergessen wir den Namen, das Gesicht aber nie.
Wer kennt es nicht, dich kenne ich doch, wie heisst du nur!
Da drängt sich bei mir die Frage auf, können sich Fische auch Gesichter merken?
Ich weiss es nicht!
Was ich aber weiss ist, dass das Gesicht, dass ich durch meine Tauchermaske sehe zur Familie der Skorpionsfische gehört. Da Fische bekanntlich nicht sprechen können, erübrigt sich die Frage wie heisst du den? Also mache ich es mir einfach und nenne ihn Gustav.
Das nächste mal wenn wir uns Unterwasser wieder treffen genügt ein kurzer Augenblick des wieder erkennen und ich grüsse ihn. Selbstverständlich in der Landessprache mit Salam Aleikum, denn wir tauchen ja im Roten Meer in Arabien.
Wäre ich eine Skorpionsfischdame würde nur ein kurzer Augenblick genügen und schon könnten wir zwei uns verlieben. Stimmt doch! Ein Augenblick reicht aus und bewirkt so vieles.
In dem Sinne eine mit Augenblick reiche Woche wünscht euch
Johann Vifian
Kreative Pause
Ist doch kompletter Blödsinn. Entweder man macht Pause oder man ist kreativ.
Beides geht nun echt nicht. Warum? Ist ja logisch, denn eine Pause einlegen ist bewusst eine Arbeit zu unterbrechen um dabei nichts zu tun.
Kreativ sein, Kreativität, ist aber genau das Gegenteil von nichts tun.
Folgen wir dem Ursprung des Wortes, können wir nachlesen dass dies auf das lateinische Wort creare zurückzuführen ist. Und das bedeutet, etwas erzeugen, herstellen. Wie soll das denn gehen? In einer Pause, die man macht um nichts zu tun, etwas herzustellen?
Da ich darauf keine schlaue Antwort habe, mach ich mal ne Pause beim Denken und tauche ab.
Der Druck auf meine Birne scheint Wirkung zu zeigen.
Visuell verstärkt mit dem Blick auf das Bild das sich mir da bietet. Ein Etwas in Rot mit unerklärlichen Windungen und Formen, eine kreative Schönheit.
Denken ist ja auch Arbeit, schiesst es mir durch den Kopf. Und was tut man beim Denken? Eigentlich nichts, zumindest keine von aussen sichtbare Tätigkeit.
Also genau so wie eine Pause machen um nichts zu tun. Und dabei dem Widerspruch zum Trotz, kreativ zu sein. Also stimmt es doch, das mit einer kreativen Pause machen.
Eine kreative Pause wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
Abwarten und Tee trinken
Soll mal ein Arzt einem ungeduldigen Patienten gesagt haben. Spielt auch keine Rolle, stimmen tut’s trotzdem. Abwarten und dabei Tee trinken bedeutet in der Konsequenz runterfahren und mit Tee trinken die Sache gelassener zu nehmen.
Tee mit Zucker und dann noch mit Milch, so wie es den Engländern nachgesagt wird, nein Danke, damit kann ich nun nichts anfangen.
Was bleibt also übrig, für alle die nicht, genau so wie ich, gerne Tee trinken?
Abwarten und Tauchen! Anstelle eines Schwarz- oder Kräutertee trinken, quasi Pressluft aus der Tauchflasche trinken.
Und was entdecke ich da bei meinem Tauchgang.
Ein Kugelfisch! Und weil er so gross ist heisst er Riesen-Kugelfisch –Arothron stellatus-.
Tee trinken tut er zwar nicht.
Trotzdem kommt er mit genau so vor wie wenn er abwarten und Tee trinken würde. So wie er da gelassen und abwartend unter einem Korallenblock ist. Es ist gar nicht so einfach so nahe an einen Riesenkofferfisch zu kommen, das hat mir einiges an Geduld abverlangt.
Wir haben uns gegenseitig beobachtet, in die Augen geschaut und dabei ein wenig Vertrauen aufgebaut. Gerade soviel dass wir uns gegenseitig respektiert haben. Eigentlich wie gemeinsam abwartend und Tee trinkend.
Abwarten und Tee -oder auch was anderes- trinken, wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
Juwel
Etwas einzigartiges, vollkommenes das ist ein Juwel. Es muss nicht zwingend ein geschliffener Diamant sein der nur mit viel Kohle gekauft werden kann. Sofern man den nicht als Meisterdieb klauen will und sich so der Strafbarkeit aussetzt.
Ein Juwel, ein Glanzstück, das Einmalige, das gibt es vielerorts und allenthalben. Man muss es nur zu sehen wissen.
Zugegeben Juwelen liegen nicht so einfach auf der Strasse rum. Und trotzdem es gibt Juwelen zu Hauf. Es benötigt keinen Geheimschlüssel um an Juwelen ranzukommen.
Ihr ahnt schon was kommt? Klar doch!
Einfach abtauchen und auf Schatzsuche gehen. Nein, kein versunkenes Schiff mit einer Ladung voller Juwelen aus einem vergangenen Königreich suchen.
Sich nur umschauen und beobachten was da uns die Natur so zu bieten hat.
Und sie hat sehr viel zu bieten. So auch ein Prachtstück von einem Fisch, einen Barsch, der sogar Juwelenbarsch heisst. Die blau-weissen Punkte über seinen ganzen roten Körper verteilt, sind echter und lebendiger als ein mit Juwelen besetzten roten Umhang so wie ihn die Könige tragen.
Der Juwelenbarsch schaut mich kurz an und schwimmt dann mit samt seinen Juwelen davon.
Was bleibt mir übrig? Ich mache mich auf die Suche nach einem neuen Juwel.
Findet euer Juwel, das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
Position beziehen
Die einen sagen kein Problem, für andere wiederum gilt gar nicht so einfach Position zu beziehen.
Eine klare, eindeutige und unmissverständliche Position beziehen, braucht oft Zivilcourage und wenn nicht, dann doch eine starke und gesunde Persönlichkeit. Insbesondere gegen den Widerstand von Anderen, besonders dann wenn man dabei dann noch alleine gegen alle steht.
Ab soviel Ungemach kann man schnell zum Zauderer und Zögerer werden, bis man die oft bittere Erfahrung machen muss, allen Recht getan ist eine Kunst die niemand kann.
Seine Meinung haben, diese klar und eindeutig sagen, eben Position beziehen, sollte eigentlich das normalste der Welt sein.
Und wie so oft, der Blick durch die Tauchermaske hilft uns dabei.
So geht es mir zumindest beim Betrachten der drei Eidechsenfische.
Erstens, weil die drei eine klare Position auf dem Korallenblock einnehmen.
Zweitens, wie sie mit ihrer Haltung und ihrem Blick, leicht nach oben, klar signalisieren, hier bin ich, das ist meine Position.
Und drittens weil sie auf mich selbstsicher und stolz wirken. Weil die drei Einzeln und als Ganzes, sowie von sich überzeugt rüber kommen. Eben Position beziehen.
Position beziehen, genau das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
FRÜHLING
Ja wo ist er denn der Frühling? Der lässt in diesem Jahr lange auf sich warten.
Halten wir es mit dem Motto „Besser spät als nie“. Hauptsache er kommt.
Und was tun wir in der Zwischenzeit? Wir warten, träumen und stellen uns dabei den Frühling so richtig vor. Wärmende weiche Sonnenstrahlen, Frühlingsblumen die Farbtupfer gleich in der Landschaft unser Auge erfreuen und Vögel, zurück vom Süden kommend, die zwitschernd und voller Lebenslust ihre Flugkünste vorführen.
Träumen ist ja schön. Noch schöner ist es jedoch abzutauchen und zu erkunden ob eventuell Unterwasser der Frühling schon Einzug gehalten hat.
Und wie tut er das!
In einem Ausmass das einem der Mund offen bleibt, den wir schnell wieder schliessen, damit uns unser Atemregler nicht zum Mund heraus fällt und wir keine Luft mehr bekommen.
Denn das was wir da antreffen, was wir sehen und hautnah miterleben dürfen, ist ein einzigartiges Schauspiel.
Vier verschiedenartige Schwärme kleiner Fische, die um mannigfaltigen, intakten vor Kraft strotzenden Korallenbewuchs in voller frühlingshafter Lebenslust Kindern gleich herumtollen, unbeschwert das da sein in vollen Zügen auskosten und geniessen. Besonders im Frühling ist Unterwasser, genau so wie Überwasser ein solch frühlingshaftes Verhalten zu beobachten.
Frühling, in seiner vollen Pracht, das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
VERSTECKEN UND FINDEN
Macht doch Spass! Zuerst verstecken und danach finden. Ist ja auch logisch um was zu finden wird es vorher versteckt. Genau so wie es die Osterhasen machen. Sie verstecken Eier an Ostern, deshalb heissen die Eier ja Ostereier und die Hasen Osterhasen.
Zugegeben der Osterhase ist eine Erfindung und kein von Natur geschaffenes Lebewesen.
Was soll’s. Hauptsache der Osterhase verbreitet Freude und macht Kinder glücklich, wenn sie die versteckten Ostereier finden und dazu noch den Osterhasen in Schokoladenform geschenkt bekommen.
Und was bekommen wir Taucher an Ostern geschenkt? Kein Osterhase, sondern ein Seehase.
Und der ist kein Produkt meiner Phantasie! Er ist ein echtes Lebewesen.
Wie der Name schon sagt, dieser Hase, wissenschaftlich Aplysia genannt, lebt ausschliesslich Unterwasser und nur uns Taucher ist es gegönnt den Seehasen in freier Wildbahn anzutreffen.
Dass der Seehase zur Familie der Meeresschnecken gehört und die grösste bekannte Schneckenart ist, die bis zu 75 cm lang und 2 ½ kg schwer werden kann tut wenig zur Sache.
So schön Schokoladenbraun umgeben vom grün der Algen, erscheint er mir genau so wie der Osterhase im Grün auf der Frühlingswiese. Ob er wohl auch die Ostereier versteckt damit wir Taucher sie finden?
Verstecken und Finden, genau das wünsche ich euch in dieser Osterwoche.
Johann Vifian
KLEINE GESCHENKE ERHALTEN DIE FREUNDSCHAFT
Wohl war! Und grössere noch viel mehr!
Eine Luxusvilla, ein Rolls Royce oder ein knallroter Ferrari. Eine Rolex Taucheruhr. Träumerei? Wohl wahr!
Es sind nicht die grossen und materiellen Geschenke, die lieblos gekauft und verschenkt werden, nur um ein schlechte Gewissen zu beruhigen.
Geschenke die von ganzen Herzen kommen, sind sie noch so klein, dass sind die wahren Geschenke die die Freundschaft erhalten.Geschenke die die Freundschaft erhalten, müssen nicht nur materieller Art sein. Ein nettes Wort, vom ganzen Herzen geschenkt, hat mehr Wirkung als ein teuer gekauftes Geschenk.
Ein herzliches Guten Morgen aus dem Mund eines strahlenden Gesichtes, mit leuchtenden Augen, wer kann dem schon Widerstehen!
Genau das empfand ich als mir der Krebs bei meinem Ausflug Unterwasser einfach so guten Morgen signalisierte. Aus seinem Haus schauend leuchten seine Augen, seine feinen Fühler tasten links und rechts seine Umgebung ab und er hat sein bestes Kleid im attraktiven rot angezogen.
Genau das sind Geschenke des Momentes. Kleine Geschenke eben die die Freundschaft erhalten.
Schaut euch rum es gibt sie, man muss nur die Augen dafür haben und die Fühler danach ausstrecken. Genau so wie unser Krebs.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, das wünsche ich euch diese Woche
Johann Vifian
Viele Wege führen nach Rom
Diese uns allen bekannte Aussage hat ihren Ursprung in der Antike.
Gemeint war damit dass alle Wege ins Zentrum der Macht führen. Und die Macht in der Antike war zuerst in Athen und ging dann über nach Rom. Alle Wege führen nach Rom.
Alle Macht kommt von Rom aus, alle schauen nach Rom.
Stimmt doch nicht mehr! Weit gefehlt.
Gerade diese Woche schaut die halbe Welt nach Rom, oder zumindest Millionen von Katholiken. Die Wahl eines Papstes steht an.
In der Zwischenzeit, nämlich bis das der weisse Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kappelle raucht, tauche ich ab und schaue ob auch Unterwasser alle Wege nach Rom führen.
Stimmt!
Zumindest beim Betrachten der Pilzkoralle, genau genommen der Fungia scruposa, finde ich dies bestätigt. Jeder Furche, einem Pfad gleich, verläuft zum Zentrum. Egal von wo aus und wie man es auch betrachtet.
Dass sich die Aussage „Alle Wege führen nach Rom“ im Laufe der Zeit zu „viele Wege führen nach Rom“ verändert hat und damit auch gemeint ist, dass es mehrere Möglichkeiten gibt eine Aufgabe zu erledigen, Hauptsache man kommt damit zum Ziel, kümmert unsere Pilzkoralle wohl kaum. Obwohl sie uns damit, zumindest bildlich, diese kluge Aussage sehr schön vor Augen führt.
Also, viele Wege führen nach Rom, auch in dieser Woche, denn das wünscht euch
Johann Vifian
Frühlingsgefühle
Kennen wir alle und so denke ich, haben wir auch alle. Die einen mehr die anderen etwas weniger, darum herum kommt wohl keiner.
Ja was sind denn Frühlingsgefühle? Ganz einfach ein hoch der Gefühle. Wir haben wieder mehr Lust aufs Leben. Das wurde wie so vieles wissenschaftlich untersucht und ist demnach belegt.
Da erklären uns Hormonexperten, Biopsychologen, Endokrinologen verantwortlich dafür zuständig seien Serotonin, Melatonin, Dopamin, Thyroxin. All das soll uns insgesamt wacher und vitaler machen. Andere behaupten dafür seien die Düfte zuständig. Und unsere Libido soll angeblic
h auch beeinflusst werden.
Mag ja alles stimmen und zutreffen, unter dem Strich ist mir das so was von egal, warum wir Frühlingsgefühle haben.
Da tauche ich am besten ab und lasse mich einfach in die unergründlichen Tiefen fallen. Und siehe da, auch da nehme ich Frühlingsgefühle wahr.
Beim Anblick dieser gelben, noch jungen und aufspriessenden Anemonen, eingebettet in einen gleichfarbigen Schwamm, umgeben mit dem noch zaudernden grün von Algen, all das erinnert mich an Spaziergänge über vom Schnee befreiten Wiesen, mit ihren ersten zaghaft wachsenden, die Welt entdeckenden, gelben Blumen, sei es Krokusse, Tulpen, Dotterblumen oder einfach der Löwenzahn. Einfach Frühlingsgefühle pur.
Frühlingsgefühle das wünsche ich euch in dieser Woche!
Johann Vifian
JA KEIN GEWURSTEL
Warum den nicht? Schliesslich essen die meisten gerne Würste.
Viele Würste ergeben dann ein Gewurstel. Stimmt das?
Nein. Gewurstel ist die Bezeichnung für ein Kuddelmuddel und Mischmasch. Keiner weiss so richtig was so abgeht oder drin ist. Womit wir wieder bei der Wurst sind. Da weiss ja auch keiner so richtig was drin ist.
Das soll ja bekanntlich auch bei anderen Fertigprodukten so sein die uns die Lebensmittelfirmen unterjubeln wollen. Meistens ist Fleisch drin, nur von welchem Tier das wissen wir dann nicht so genau, zumindest ist nicht immer das drin was drin sein soll. Also eben doch ein richtiges Gewurstel.
Da stellt sich mir die Frage: Wird den Unterwasser auch rumgewurstelt?
Ja in jedem Fall.
Manchmal sind es die Taucher selber, die da so rumwursteln und rumstrampeln, zumindest die, die es nie richtig gelernt haben.
Aber lassen wir das und schauen uns weiter um.
Und was sehe ich da?
Ein Gewurstel sondergleichen! Geradezu ein Gewurstel hoch zwei wie sich da der rote Fingerschwamm von der Riffwand weg ins blaue Wasser. wurstelt. Denn dort bekommt er die Nährstoffe zugeführt die er braucht um weiter zu wursteln, sorry, um weiter zu wachsen.
Trotzdem, ja kein Gewurstel wünscht euch in dieser Woche
Johann Vifian
WINTERSCHLAF
In der Welt der Tiere und von Pflanzen das normalste auf der Welt. Leider nicht für uns Menschen, könnten wir da denken.
Wir kennen den genetisch gesteuerten Winterschlaf nicht. Obwohl dieser natürlich bedingte Mechanismus eigentlich eine gute Sache ist. Wenn’s kalt und grausselig wird da draussen, wenn’s kaum noch was zum Futtern gibt, ab in die warme Höhle, sich einkuscheln und den Winterschlaf beginnen. So ganz nach dem Motto, was kümmert mich die Welt da draussen.
Da kann man nur neidisch werden oder abtauit die Frage auf dem Fusse folgt, machen die Tiere und Pflanzen Unterwasser eigentlich auch einen Winterschlaf?
Zugegeben ich weiss es nicht.
Was ich weiss und schon gesehen habe ist das Fische die Nachts schlafen einen schützenden Kokon, eine Art Schutzhülle um sich haben, den sie selber produzieren.
Richtig das hat ja nichts mit Winterschlaf zu tun. Also schauen wir uns Unterwasser weiter um. Da muss ich gar nicht so lange suchen und werde schon fündig. Und was sehe ich da?
Eine schwarze Koralle die für mich wie ein Busch aussieht der sich im Winterschlaf befindet. Keine Blätter, nur Äste, eben im Winterschlaf oder so ähnlich.
Winterschlaf, egal in welcher Form, das wünsche ich euch für diese Woche
Johann Vifian
KOPFBEDECKUNG
Grad im Winter, wo’s draussen kalt ist eine geeignete Kopfbedeckung von Nutzen.
Wer hat schon gerne kalte Ohren?
Für alle die gerne einen freien Kopf haben wollen, für die ist die Wärme schützende Kopfbedeckung ein notwendiges Übel.
Die Kopfbedeckung ist jedoch viel mehr als nur ein Wärmeschutz. Sie ist ein Modeaccessoire erster Güte. Egal ob gestrickt, kunstvoll geformt mit Schleifen und Blumen bestückt, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Und dann ist die Kopfbedeckung auch ein Statussymbol.
Den richtigen Hut aufhaben kann über Macht oder Niedergang entscheiden. Das wussten auch die Pharaonen im alten Ägypten. Mit der doch eigenartigen, aufgestockten Kopfbedeckung, sie wird als Pschent bezeichnet, symbolisierte der herrschende Pharao, des er die Macht über Ober- und Unterägypten hat.
Auch wir Taucher sind meistens mit einer Kopfbedeckung, der Neoprenhaube, unterwegs.
Und was entdecke ich da bei meiner Fotopirsch Unterwasser?
Eine Pschent, also die Kopfbedeckung eines ägyptischen Pharaos.
Ob es sich dabei um einen Schwamm oder eine Algenart handelt weiss ich nicht, das Ding hat jedoch genau die Form wie die Kopfbedeckung der herrschenden Pharaos im alten Ägypten.
Egal welche, Hauptsache die richtige Kopfbedeckung, das wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
AUFSTREBEN
Nach was streben, ein Ziel vor Augen haben, was erreichen wollen, den Drang zu haben vorwärts zu kommen. All das tun wir, mal weniger, mal mehr, in jedem Fall tun wir es.
Sind wir deshalb alle Streber? Wer will schon ein Streber sein? Warum eigentlich nicht?
Streber ist doch ein eher negativ beladenes Wort. Mit Streber assoziieren wir doch solche die in der Schule immer die besten sein wollten, die in der Firma vorankommen wollen.
Ja was soll daran denn nicht gut sein?
Es liegt schlicht und einfach in der Natur sich erfolgreich zu entwickeln, emporzuragen, steil nach oben gerichtet in die Höhe zu streben. Eben aufzustreben.
Uns was nun? Klar doch abtauchen!
Und was finde ich da bestätigt? Aufstreben ist naturbedingt. Das Prachtexemplar der Rutengorgonie ist der Beweis dafür. Wie kann man dynamischer, schöner, zielbewusster und zielsicherer in die Höhe wachsen.
Mit einer Kraft so wie es die naturbedingte Gesetzmässigkeit vorgibt und will. Da kommt keiner drum herum. Ob nun als Streber abgetan, was soll’s Aufstreben tun wird halt alle. Und wenn es dann noch so attraktiv daherkommt wie unsere Gorgonie, was kann dagegen gesagt werden.
Aufstreben genau das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
GUTE AUSSICHTEN
Ja die könnten wir haben wenn da nicht der Nebel wäre. Nebel der uns die guten Aussichten vermiest. Grau in grau, dazu noch nasskalt, fürwahr und bestimmt keine guten Aussichten. Zumindest geht der Januar und damit das Januarloch zu Ende.
Also schon mal gute Aussichten für den leeren Geldbeutel. Die Aussichten werden noch besser wenn ich einen Ausflug in die Höhe mache, dem Nebelmeer denn Rücken kehre und die guten Aussichten in den Bergen geniesse.
Andersrum geht es auch, nicht in die Höhe sondern in die Tiefe. Abtauchen aus dem Nebelmeer in die Tiefen des Meeres.
Und was für gute Aussichten treffe ich da an?
Eine Fülle und eine Vielfalt voller Leben. Ja es gibt sie noch die intakte Natur! Wahrlich auch gute Aussichten.
Beim Anblick des Korallenriffs ist mir das Nebelmeer so was von sch……egal.
Da kommt man einfach nicht drum herum, man kommt ins Schwärmen ab soviel guten Aussichten. Mehr noch man kommt ins Träumen. Träumt von guten Aussichten, gute Aussichten im Privaten, im Beruf, im Sport, egal was, überall wo meine Gedanken hinwandern sehe ich nur gute Aussichten.
Gute Aussichten, genau das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
Morgenstund hat Gold im Mund
Die Frühaufsteher freut’s, die Langschläfer können dem nichts abgewinnen.
Was soll’s jeder sowie es ihm beliebt. Wenn da nicht ein Hacken daran wäre?
Auch die Langschläfer müssen mal aus den Federn raus, da hilft auch die Abwandlung von Morgenstund hat Gold im Mund in Morgenstund hat Blei im Arsch nichts.
Apropos Blei im Arsch. Als früh aufstehender Taucher habe ich kein Blei IM sondern UM den Arsch. Ja auch Taucher können morgens früh Tauchen gehen. Wer schon einen aurora habet aurum in ore Tauchgang, gemacht hat weiss das genau.
Was bitteschön? Aurora habet aurum in ore ist lateinisch und steht für den Ausdruck Morgenstund hat Gold im Mund.
Also wer schon mal einen Early Morning Dive, auf gut Deutsch, Am frühen Morgen Tauchen, gemacht hat, weiss um das einzigartige Erlebnis, die aufgehende Sonne, den neu anbrechenden Tag Unterwasser zu erleben mehr noch zu geniessen.
Eine kaum zu beschreibende Stimmung die da auf uns Taucher wirkt. Wenn dann das Ganze noch vergoldet wird mit den noch frischen Sonnenstrahlen, die durch die Oberfläche dringend eine Weichkoralle so beleuchten, dass keiner umhinkommt erkennen zu dürfen, ja es stimmt wirklich, Morgenstund hat Gold im Mund.
Morgenstund hat Gold im Mund genau das gönne, wünsche ich euch diese Woche
Johann Vifian
Spitze
Einfach Spitze sind unsere Wintersportler, so der Kommentar in der Presse, im Fernsehen im Radio. Vorallem die Skisportler. Ob diese nun als Abfahrer den Berg runterrasen oder als Langläufer brillieren, beide benutzen Skiern und Stöcke die eine Spitze haben. Klar doch wegen dem sind sie ja auch Spitze.
Also so einfach geht es nun auch nicht! Auch ein Fussballer kann Spitze sein und wo ist am Fussball was Spitzes dran. Also Spitze ist jeder der etwas ausserordentliches, etwas grosses geleistet hat. Ob nun im Sport, in der beruflichen Tätigkeit, oder in der Politik.
Die in der Politik haben zwar auch mal eine spitze Zunge.
Das ist mir nun doch zu viel Spitze, also tauche ich wie immer wieder mal ab.
Und was treffe ich da? Nicht einer der Spitze ist, sondern eine ganze Menge davon. Und die sind im wahrsten Sinne des Wortes Spitze. So Spitze wie die Spitze einer Nadel. Also grad Spitze hoch zwei. Es sind die Spitzen einer Dornenkrone. Ein Seestern der viele Spitzen hat um sich zu schützen. Die sind nämlich an der Spitze sogar giftig.
Was soll’s. Solange ich diese nicht berühre, sondern ganz einfach als ein Wald voller Spitzen ablichte und in Szene setzte macht’s Spass. Genau so wie Spitze sein Spass macht.
Spitze sein, genau das wünsche ich euch diese Woche
Johann Vifian
EisblumeN
Ja was ist den überhaupt eine Eisblume? Eine Blume tief gefroren? Also mit gefroren sind wir schon mal auf dem richtigen Weg. Eine Eisblume ist nicht eine Blume die eingefroren wurde, könnte man zwar auch machen, sondern eine Eisblume ist ein Eiskristall der entsteht, wenn es draussen kalt und drinnen warm ist und dadurch Raureif gleich sich blumenartige Eiskristalle am Glas des Fensters bilden. Faszinierende Formen und Gebilde die da uns die Winterzeit schenkt.

Drinnen warm und draussen kalt, mit der Aussicht auf Eisblumen am Fenster, so lässt sich die Winterzeit angenehm erleben.
Ähnlich geht es mir als Taucher. Auch wir haben es gerne in der Wärme die Schönheiten der Natur erleben zu dürfen.
Besonders diese Tage ist das Wasser hier am Roten Meer noch ganze 24 Grad warm.
Also ab ins warme Wasser und die wegen dem Wind gefühlten kühlen Lufttemperatur buchstäblich oben lassen.
Und was entdecke ich da?
Von der Mutter Natur wirkungsvoll auf einem Neptunschleier arrangiert Seescheiden, in leicht bläulichem Farbton, durchsichtig und filigran, genau so wie Eisblumen.
Eisblumen, einen ganzen Strauss davon, das wünsche ich euch in dieser Woche!
Johann Vifian
Klaren Kopf behalten
Der hat gut reden, äh schreiben. Wie soll man da einen klaren Kopf behalten?
Also, dass diese Woche ein Neues Jahr anbricht ist bekannt. Soweit so gut.
Nun ist der letzte Tag des Jahres, der 365 zigste, der eigentlich zur letzten Woche des Jahres gehört, nämlich zur Woche 52 zig, im Kalender vom neunen Jahr der Woche 1 zugeordnet. Das geht doch nicht, ein Tag der zum alten Jahre gehört einfach so ins neue Jahr rüberschmuggeln. Dann hätten wir ja im alten Jahre einen Tag zuwenig und im neuen einen zuviel. Und den gibt’s ja nur im Schaltjahr und das haben wir nicht im neuen Jahr.

Gut das Ganze kann abgehackt werden als Zahlenspielerei, besser wohl Zahlenspinnerei eines Taucherhirns. Um davon loszukommen tauche ich ab und was treffe ich da?
Logisch Korallen! Genau so wie das Jahr in Tage und Wochen, werden auch die Korallen unterteilt. Die Zuordnung erfolgt durch die Anzahl der Tentakel. Entweder sind es pro Korallenpolyp 8, oder 6 resp. auch ein Vielfaches von 6, also 12, 18 etc.
Bald erkenne ich, dass ich da mit meiner Zählerei kaum weiterkomme und lasse die Zahlenspinnerei bleiben.
Viel besser, einen klaren Kopf behalten und dabei die Schönheiten der Unterwasserwelt geniessen.
Klaren Kopf behalten, genau das wünsche ich euch, besonders in dieser Woche!
Johann Vifian
Liebe
Zeit für einander haben, ja auch das ist Liebe. Und genau das haben wir diese Woche.
Weihnachten schenkt uns zusätzlich Zeit. Zeit die wir mit der Familie verbringen, mit den Mitmenschen die wir mögen, mit dem Partner den wir lieben. Aufeinander zugehen, aktiv zuhören, einfach da sein, füreinander da sein. In dem wir, abendländisch traditionell das Fest der Liebe, der Nächstenliebe oder auch anders ausgedrückt, Weihnachten feiern.
Da drängt sich mir als Taucher, wie könnte es dann auch anders sein, die Frage auf:
Wird Unterwasser auch Weihnachten gefeiert?
Ich meine nicht diejenigen die mit der roten Weihnachtsmannmütze bestückt in diesen Tagen oder gar an Weihnachten selber tauchen, dass soll es bekanntlich ja auch geben.
Nein, ich frage mich ob die Fische da unten, sind ja auch Lebewesen wie wir, Weihnachten feiern?
Und ob sie das tun!
Sonnen-, nein Wasserklar tun sie dies!
Die Mandarinenfische, glaubt es mir die heissen wirklich so, tun es in jedem Fall. Sie verlassen beim Einnachten den Schutz der Korallen, sind füreinander da, zeigen Zuneigung, gehen, sorry schwimmen aufeinander zu und küssen sich sogar. Kann Liebe schöner, farbenprächtiger und süsser rüberkommen?
Liebe, und nicht zuwenig, genau das wünsche ich euch in der Weihnachtswoche!
Johann Vifian
Sterne
Haben wir es doch geahnt! Nach der Sonne und dem Mond folgen nun die Sterne.
Sonne, Mond und Sterne, so heisst es doch allenthalben.
Von denen, den Sternen, gibt es ja wahrlich genug. Zig Billionen am Nachthimmel, nicht zu zählen, sondern nur mit einem Gefühl der Andacht, mal innehalten und in aller Stille betrachten. Wem das zu abgehoben, zu esoterisch ist, der kann sich an den vielen Sternen, die besonders um die Weihnachtszeit Alles und Jedes schmückt, ergötzen. Lichterketten mit blinkenden Sternen um Palmen gewickelt, mangels Weihnachtsbaum in der Südsee, oder klassisch um den Tannenbaum, im tief verschneiten Wald. Und schon sind wir wieder bei der Stille, sei es beim Betrachten des mit Sternen vollbehangenen Nachthimmels oder beim Spaziergang durch den schneeweissen Winterwald.
Genau diese Stille, die Ruhe und das bewusst gewollte innehalten, dass sich mal auf sich besinnen findet der Mensch auch Unterwasser, beim Tauchen natürlich!
Auch dort braucht er nicht lange zu suchen. Wie sternengleich zeichnen sich die hellen Tentakel der Korallen vom Hintergrund des dunkelblauen Wasser ab. Fest verbunden mit dem Rot der Koralle, leuchten die Sterne genau so wie das Licht auf den roten Kerzen die den Weihnachtsbaum schmücken.
Sterne, egal wo, Hauptsache Sterne, das wünsche ich euch diese Woche!
Johann Vifian
Mond
Nach der Sonne nun zum Mond. Dem dürfen wir direkt ins Angesicht schauen. Im Gegensatz zur Sonne. Der Blick durch die Tauchermaske der vergangenen Woche lässt grüssen.
Der Mond ist ja so schön hell und goldgelben, weil er ja von der Sonne bestrahlt wird.
Gut, das weiss jedes Kind. Was aber nicht jeder weiss ist was machen die Mondsüchtigen, wenn Neumond ist.
Genau so kann man das runde schöne Ding, zumindest wenn Vollmond ist, nicht betrachten bei Neumond. Da kann am Nachthimmel noch lange danach gesucht werden. Nix zu machen. Oder warten, bis zu 14 Tage, dann erscheint der Vollmond wieder in voller Pracht.
Das ist mir eindeutig zu lange. Also abtauchen und den Mond Mond bleiben lassen! Sollen sich doch die Mondsüchtigen damit befassen.
Doch so ganz aus meiner Birne geht der Mond nicht weg. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich beim Dekostop, warten bis ich auftauchen darf, damit meine Stickstoffkäferchen keinen Unsinn in meinem Körper anstellen, an der Ankerkette wartend verbringe und mich dabei umschaue.
Und was ist da vor meiner Tauchermaske?
Ein Mond und sogar noch ein voller zugleich. Schön goldgelb zeichnet er sich vom dunkel des Blau ab. Mondsüchtig oder zuviel Phantasie!?
Jedem sein Mond, das wünscht euch diese Woche!
Johann Vifian
Sonne
Richten wir unseren Blick auf die Sonne.
Stopp! Direkt in die Sonne schauen schadet unseren Augen. Also bleiben lassen oder eine coole Sonnenbrille kaufen.
Es soll ja neuerdings auch solche geben, Sonnenbrillen, deren Glass sich nicht nur dunkel färbt, wenn man in die Sonne schaut, sondern auf den Gläsern sich Berglandschaften bilden und sichtbar werden lassen.
Hey das ist die Marktlücke! Das ultimative Geschenk für den Kaufrausch in der Vorweihnachtszeit. Sonnenbrillengläser auf der sich keine Berglandschaft abbildet, sondern ein Korallenriff. Gesagt getan und schon sind wir abgetaucht, ab soviel Blödsinn.

Oder doch kein Blödsinn?
Was sich da vor meiner Tauchermaske abspielt ist genau das, was die Marktlücke wäre. Korallenlandschaft und dies sogar noch mit dem Spiel des Sonnenlichtes, was sich auf meiner Brille, zwar keine Sonnenbrille, aber immerhin, abspielt. Und um noch einen obendrauf zu geben, von Unterwasser kann getrost direkt in die Sonne geschaut werden, ohne Schaden für die Augen, im Gegenteil, ein geniessen von Farben und Lichtstrahlen wie es so nur die Welt Unterwasser schaffen kann. Überwasser ginge es zwar auch, der Sonne direkt ins Auge schauen, nämlich an einen trüben Tag durch den Filter des Nebels geschützt und dann leider auch ohne viel Farbe.
Und was wünsche ich euch diese Woche? Sonne soviel wie nur möglich!
Johann Vifian
Farbtupfer
Ein Farbtupfer, oft gut fürs Gemüt, selten ärgerlich, und für solche die ohne Farbtupfer auskommen ist es dann eh egal. Farbtupfer gut fürs Gemüt, für die Seele, fürs Auge, für alle die am Spiel und der Wirkung von Farben und sei es nur als Tupfer, sich erfreuen können.
Ein Farbtupfer ist dann ärgerlich, wenn dieser auf der blütenweissen Bluse oder Hemd, als Kaffee-, Ketchup oder Rotweinfleck platziert wird. Was ja, so ist zu hoffen, selten vorkommt.
Auch wir Taucher, auch wenn wir meistens in Schwarz rumlaufen, sorry abtauchen, sind uns Farbtupfer nicht fremd. So
hat es auch mal eine Zeit gegeben, als die Tauchanzüge in allen Farben daherkamen und jedes Zubehörteil möglichst bunt und grell auszusehen hatte.
Das hat sich wieder etwas gelegt und wir Taucher sind wieder mehrheitlich im kurzen oder langen Schwarzen unterwegs.
Dafür freuen wir uns über die Farbtupfer die wir während unseren Tauchgängen durch unsere Tauchermaske entdecken und erblicken dürfen.
So wie unsere Nachtkiemenschnecke die, so klein wie sie auch ist, mit und in ihrer Farbenpracht die Riffwand als Farbtupfer belebt, verschönert, bereichert. Farbtupfer, von denen gibt es zuhauf, es gilt nur die Augen offen zu halten.
Eine Woche mit vielen Farbtupfern bereichert, wünscht euch
Johann Vifian
Accessoires
Ein Begriff aus der Modebranche. Und nicht nur ein Begriff sondern damit wird auch echt Kohle gemacht.
Accessoire kommt vom Französischen, klar doch, dort ist ja auch die Haut Couture, bedeutet gehobene Schneiderei, zu Hause. Stopp, nicht ablenken, nicht Haut Couture soll erklärt werden sondern Accessoires, was nichts Anderes ist als etwas Zusätzliches.
Ein schmucker Ledergurt, mit verzierter Schnalle, betont über die Hüften getragen, ein Schal neckisch um den Hals gelegt mit einer sternförmigen Brosche aufgepeppt, ja das sind die so wichtigen und oft teuer bezahlten zusätzlichen Nebensächlichkeiten, Accessoires eben.
Die obligatorische Frage mit dem Blick durch die Tauchermaske folgt auf dem Fusse, oder als Taucher auf der Flosse, nämlich gibt es auch Accessoires im Reich der Tiefe?
Und ob es diese gibt! Wer sonst käme auf die Idee auf einem Schwamm, genau genommen Röhrenschwamm, dessen graues Kleid mit einem schwarzen Federstern aufzupeppen?!
Ein Accessoires das sich noch bewegt und in seiner filigranen Art immer die Position sucht wo es am besten wirkt. Genau so wie sich das für ein Accessoire gehört. Obwohl es eigentlich nur nebensächlich und zusätzlich ist und trotzdem die Wirkung, nämlich damit aufzufallen, nicht verfehlt.
Accessoires, egal welches, Hauptsache es gefällt, dass wünsche ich euch diese Woche!
Johann Vifian
Beweglich bleiben
Wer rastet der rostet! Wer sich zu wenig bewegt wird unbeweglich!
Ja wir wissen es, zugegeben wir könnten mehr tun, warum muss uns das nun unter die Nase gestrichen werden. So tönt es seitens der Bewegungsmuffeln, solche die lieber auf dem Sofa sitzen bleiben und das Nichtstun genießen, manchmal vor der Glotze mit Chips und einen Dr
ink in der Hand, dem da sein frönen.
Ist ja echt geil den gut gebauten Girls zu zuschauen wie die da in sexy Pose ihre Aerobic Übungen machen und sich dabei auf unmögliche Art verrenken.
Beweglich bleiben? Man muss man ja nicht gerade übertreiben und kann es langsam angehen, quasi im Schneckentempo.
Wer nun glaubt eine Schnecke sei unbeweglich der hat sich aber stark getäuscht.
Nein nicht der Blick durch die Tauchermaske beeinflusst unsere Wahrnehmung, auch liegt kein Tiefenrausch vor, nein unsere Nacktkiemenschnecke, zu der Gattung Fadenschnecke gehörend, ist so beweglich wie es aussieht. Sie bewegt ihren Köper um fast 360 Grad und sieht dabei so grazil, zierlich und graziös aus. Und das als Schnecke. Kaum zu glauben!
Also was eine Schnecke kann, können auch wir, es muss ja nicht so geschmeidig sein, Hauptsache wir tun etwas um beweglich zu bleiben.
Beweglich bleiben das wünscht euch diese Woche!
Johann Vifian
Wahlfreiheit
Wie steht’s mit der so hoch gelobten Wahlfreiheit wenn die Wahl zur Qual wird?

Befindet er sich links, rechts oder in der Mitte des Schwarms?
Wahlfreiheit, das wünsche ich euch für diese Woche!
Johann Vifian
Wetterwechsel
Viel Freude am Wetterwechsel in dieser Woche wünscht euch!
Johann Vifian
Ausdauer
Marathon Läufer brauchen Ausdauer. Langstreckenschwimmer, solche die den Ärmelkanal durchschwimmen ebenso.Und dann hat ja sogar kürzlich ein Taucher die Strecke von Frankreich nach England Unterwasser durchtaucht. 8 Stunden soll er unterwegs gewesen sein. Ohne eine gehörige Portion Ausdauer läuft da nichts.
Ausdauer muss jedoch nicht zwingend mit sportlichen Leistungen assoziiert werden, mit Leiden und masochistischen Zügen zu tun haben. Obwohl zugegeben, Ausdauer oftmals auch mit Leiden, sich durchbeissen verbunden ist.
Ganz anders in unserer Welt unter dem
Meeresspiegel. Ok, auch da gibt es Fische die mit Ausdauer weite Strecken schwimmen. Es gibt aber auch solche die sich einfach nur hinlegen, ausschauen wie ein Stein und mit Ausdauer warten bis ihr Mittagessen vor ihren Mund schwimmt. Ausschauen wie ein Stein? Deshalb heissen sie ja auch Steinfische.Sie sind so gut getarnt, dass sie nur sehr schwer erkennbar sind. Es ist also auch Ausdauer gefragt, den Steinfisch zu entdecken. Sei es im Wasser mit dem Blick durch die Tauchermaske oder virtuell im weltweiten Netzwerk der digitalen Bilder.
Auf unserem Bild macht es uns der Steinfisch etwas einfach, er hat sich das pinkfarbige Kleid angezogen.Noch nicht entdeckt?Mit ein wenig Ausdauer kann der Meister der Tarnung von allen entdeckt werden.
Eine Woche mit Ausdauer wünscht euch!
Johann Vifian
Mystisch
Dem Gefühl, der Faszination des Mystischen kann sich kaum einer entziehen. Irgendwie berührt uns alle das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, das Mystische.Die grünen Männchen vom Mars, Ausserirdische? Weit gefehlt!

Um das Mystische zu erleben, zu fühlen, ja sogar zu sehen, dafür müssen wir nicht in die Unendlichkeit des Alls eintauchen, sondern ganz einfach abtauchen. Abtauchen in die Tiefen der Meere. Zugegeben, dass was wir da sehen ist nicht immer mystisch. Was hat ein Fisch oder Koralle schon mystisches an sich? Ganz im Gegensatz dazu wirkt das Feld von Steckmuscheln auf mich mystisch. Wie einem heiligen Gral gleich, stehen sie da. Es sind keine Skulpturen da von einem Künstler wirkungsvoll platziert wurden. Es sind Lebewesen, edle oder grosse Steckmuschel, Pinna nobilis benannt. Sie stehen ihr ganzes Leben lang aufrecht verankert, umgeben vom grünen Seegras der Posidonia, mit dem tiefblauen Hintergrund des Wassers geradezu mystisch wirkend.
Und so wie es zu jedem Mysterium gehört, wird dieses bewacht. So lebt in der Steckmuschel der Muschelwächter. Eine nur knapp 2 cm kleine Krabbe. Auch wenn wir ihn nicht sehen, er ist da.Genau so wie das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, das Mystische.
Eintauchen in die Welt des Mystischen, das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
gutes tun
Gutes tun, sich selber was Gutes tun, oder andern was Gutes tun.
Egal Hauptsache was Gutes tun. Das mag auch eine der Beweggründe gewesen sein, die zur Gründung des Roten Kreuzes geführt hat. Überall dort Hilfe zu leisten, wo es nötig ist. Unabhängig von Religion, Staatsangehörigkeit oder was auch immer. Einfach zu helfen, beizustehen, dort wo es der Mensch braucht.
Das Rote Kreuz auf weissem Grund wurde weltweit zum Symbol.
Genau diese Assoziation, diese Gedankenverknüpfung, zum Rot auf weissem Grund, fand den Weg mit dem Blick durch die Tauchermaske in meine Gehirnwindungen, als ich neulich im Mittelmeer getaucht bin.
Ein roter Seestern dessen einen Arm zwischen dem Weiss von Kalkalgen liegt.
Dabei berührt die Spitze die Stacheln eines Seeigels. Seeigel die bekanntlich wehtun können wenn man sie unachtsam berührt. Dieses Risiko nimmt der Seestern offensichtlich auf sich.
Genau so wie die Helfer des Roten Kreuz bei ihren Einsätzen was Gutes zu tun auch Risiken eingehen.
Eine Gedankenverknüpfung zu weit hergeholt? Was soll’s! Taucherhirne, so sagt man, sollen ja anders ticken.
Ob Taucher oder nicht! Hauptsache was Gutes tun?
Gutes tun, das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
Power
Und nun zum Tauchen. Wasser und Strom! Vorsicht, das passt doch nicht zusammen! Im Prinzip ja oder man macht es richtig.
Auch wir Taucher und besonders die
Fotografen brauchen den Strom beim Tauchen. Ohne zusätzliches Licht, als Taucherlampe und oder als Blitzgerät mitgenommen, würden wir ganz schon im Dunkeln stehen.Nicht so bei unserem Zitterrochen. Der trägt den Power mit sich. Er hat die Fähigkeit Strom zu erzeugen.
Umgewandelte Muskelmasse dient als elektrisches Organ das bei Entladung bis zu 230 Volt stark sein kann. Also ganz schon deftig.
Mit Vorliebe gräbt sich unser Zitterrochen in den Sand ein um sich zu tarnen. Dort lassen wir ihn auch und unterlassen es ihn aufzuschrecken. Denn sonst kann‘s ungewollt eine Ladung Power absetzen.
Eine gewollte Ladung Power, genau das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
selbstsicher

Sich seiner sicher sein, eben selbstsicher sein, genau das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
schöner wohnen
So zumindest geht es den meisten von uns, wir fühlen uns am wohlsten in den eigenen vier Wänden. Dafür tun wir auch was!

Schöner Wohnen das wünsche ich euch in dieser Woche.
Johann Vifian
Der Blick durch die Tauchermaske
Nume nid gsprängt, aber gäng echly hü.

Nume nid gsprängt, aber gäng echly hü, genau das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
Die Gelegenheit beim Schopf packen

Ganz klar, die Gelegenheit beim Schopf packen, genau das macht doch diese Woche.
Johann Vifian
Frontal

Frontal, das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
Spaziergang
Spaziergang – Tauchgang?!

Das -gang im Wort haben sie schon mal gemeinsam unser Spaziergang und Tauchgang.
Einen Spaziergang, jeden Tag, einfach nur so, das Wünsche ich euch diese Woche
Johann Vifian
MedailleTauchermaske

Jedem seine Medaille, genau das wünsche ich euch diese Woche.
Johann Vifian
Offen sein
Offen sein, bedeutet auch sich öffnen, seine Gefühle und Gedanken offen sagen.
Offen sein sich bildlich vorstellen, geht durchaus. Wer kennt es nicht, das Bild wenn zwei Menschen, nachdem sie sich lange nicht mehr gesehen haben mit offenen Armen aufeinander zugehen, manchmal auch rennen und sich dann umarmen. Sich mit offenen Armen empfangen.
Was das bedeuten kann, offen sein,
sich öffnen, genau das durfte ich bei einem meiner Tauchgänge hautnah beobachten. Es gibt etliche Lebewesen die öffnen sich nur wenn sie darauf vertrauen, dass in ihrer Umgebung keine Feinde sind. Und wenn sie sich dann öffnen nehmen Sensoren die Lichtunterschiede und Wasserbewegungen in minisekundenschnelle war, was dazu führt, dass sich das Lebewesen blitzartig verschliesst.Der indische Röhrenwurm ist so ein Tier. Ungeöffnet ist er kaum sichtbar, höchstens als kleines Loch im Riffgestein. Geöffnet ist er eine Pracht sondergleichen. Einmal mehr, der Blick durch die Tauchermaske beweist es. Offen sein bereichert das Leben und sei es für diesmal mit einem seltenen Bild.
Offen sein, genau das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
Verpassen
Und was sehe ich da?

Eine Fächerkoralle auf der sich ein roter Fingerschwamm in Szene setzt. Gutes Motiv denke ich und schon ist das Bild im Kasten. Was ich dabei verpasst habe, sprich mir gar nicht aufgefallen ist, ob all der Ablenkung über das tolle Sujet, ist der schwer zu findende Langnasenbüschelbarsch der direkt der Bilddiagonale folgend schräg unterhalb des so markant roten Fingerschwammes seinen Platz einnimmt.
Nichts verpassen, das wünsche ich euch in dieser Woche.
Johann Vifian
Blau
Eine Woche ganz in Blau wünscht euch
Johann Vifian
EDEL
Halt, Stopp, das ist nun gar nicht edel Edelsteine als Klunker zu bezeichnen.
Also, ich nehm’s zurück und schreibe edel; welche Dame von Welt hat es nicht gern ein Collier um den Hals. Collier, ein Halskette aus Edelsteinen, edlem Gold, edlen Perlen.
Womit wir schon abgetaucht und Unterwasser
sind, denn da kommen sie ja bekanntlich her die Perlen. Wenn wir schon in den Tiefen der Meere sind, gibt es dort auch die Edelkoralle. Sie heisst wirklich so und ist ebenfalls ein heiss begehrtes Objekt für uns Taucher. Ein High Light das jeder Mal gesehen haben muss.Und das ist leider selten geworden. Die Corallium rubrum, so heisst das edle Blumentier auf lateinisch, wurde zur Schmuckverwertung übermässig ausgebeutet.
Die Edelkoralle, sie kommt im Mittelmehr vor, auf Tiefen ab 30 m, an Höhlendecken und Überhängen wachsend, zeigt sie sich in voller Pracht, die weissen Tentakeln wie Edelsteine glitzernd, zieren sie nicht nur den Hals sondern den ganzen Körper.
Edel, genau so eine Woche wünsche ich auch allen
Johann Vifian
BODENSTÄNDIG
Urchig, archaisch, verwurzelt, mit beiden Beinen auf dem Boden stehend, alles Synonyme, für bodenständig. Da weiss man woran man ist, darauf kann man sich verlassen, auch das gehört zu bodenständig.
Namen Dugong ist der lebende Beweis, dass Tauchen sehr wohl auch bodenständig sein kann. Ja es gibt auch Kühe im Wasser, deshalb heissen sie ja auch Seekühe!Genau so wie die Landkühe Milch geben, den die Milch kommt nicht aus dem Tetraback, wie einige denken, könnte es ja auch sein, dass unsere Seekuh gemolken werden könnte.
Milch von einer glücklichen, nicht lila Kuh sondern einer Seekuh, der ultimative Knüller im heiss umkämpften Bio Milch Produkte Markt.
Abgehoben oder Bodenständig?!?
In jedem Fall eine bodenständige Woche wünscht euch
Johann Vifian
UMSCHWÄRMT
Umschwärmt sein, genau so wie ein Star, dieser Faszination kann sich keiner entziehen.
Kreischende Teenies die ihren Idolen zujubeln, die völlig entrückt auf engstem Raum, im freiwillig gewählten Gedränge, im Takt der Musik ihren Star umschwärmen.
Genau das ging mir durch den Kopf als ich, wie kann es anders sein, mit Blick durch die Tauchermaske, die zig tausend Glasperlenfische, die einen knallroten Schwamm umschwärmen, fotografieren konnte.
Einfach faszinierend zu beobachten wie tausende von Fischen als Schwarm funktionieren.
Wie sie miteinander, auf engsten Raum, im freiwillig gewählten Gedränge, eben genau sie wie die Teenies, einen Star umschwärmen.
Schwarm und umschwärmen, gibt es da wohl eine Wortverbindung. Ich weiss es nicht.
Was ich aber weiss ist, dass Glasperlenfische kaum grösser werden als 10 cm, ein Leuchtorgan im Darm haben, das für uns Taucher sichtbar ist, weil mit Ausnahme des gelben Kopfes die kleinen Dinger transparent sind. Deshalb werden sie auch taucherumgangssprachlich gelber Feger oder indischer Glasfisch genannt. Der wissenschaftliche Name ist Parapricanthus ransonneti.
Und was ich auch weiss ist, dass es berauschend ist umschwärmt von tausenden kleinen Fischen zu sein..
Umschwärmt zu sein, genau das Gefühl wünsche ich euch in dieser Woche.
Johann Vifian
EIN ZIEL VOR AUGEN
Wer immer ein Ziel vor Augen hat um das sich zu kämpfen lohnt, der lebt.
Das ist keine Aussage eines Tauchers sondern ein Zitat von Emil Oesch, schweizerischer Schriftsteller und Verleger (1894 - 1974).
Wie Recht er damit hat.
Ein Ziel vor Augen haben, spornt an und fördert die Leistungsbereitschaft.
Sei es um als Mannschaft einen Prestige trächtigen Titel zu gewinnen, Fussballeuropameisterschaft lässt grüssen, sei es um als Einzelkämpfer auf dem Zenit des Olymps anzukommen, eine Goldmedaille zu erkämpfen.
Ein Ziel vor Augen haben, dafür muss man kein Sportler sein, auch ein geistiges oder soziales Ziel vor Augen zu haben erfüllt unser Leben.
Es muss auch nicht ein grosses Ziel sein, dass wir vor Augen haben, etwas Einfaches reicht für unsere Zufriedenheit auch aus.
So zum Bespiel ein Tauchgang, mit dem Ziel vor Augen, das Ziel vor Augen fotografisch im Bild festzuhalten, also quasi das Zitat von Emil Oesch zu visualisieren. Was eignet sich da wohl besser als den Blick durch die Tauchermaske, das Ziel vor Augen, die Taucherin mit Blick auf die Federsterne abzulichten. Für Nichttaucher zu kompliziert und zu quer gedacht. Egal und sei’s drum.
Hauptsache ein Ziel vor Augen, das wünsche ich euch diese Woche.
Johann Vifian
Sichtweise
Wenn wir nicht gerade schlafen, nimmt unser Auge dauernd unsere Umgebung war.
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Je nach Standpunkt und der Sichtweise des Betrachters fällt die Beurteilung von ein und demselben Gegenstand anders aus. Nehmen wir mal als Beispiel eine Teetasse. Die Einen beurteilen diese nach ihrem Nutzen, die Anderen nach ihrem materiellen Wert und wiederum Andere sehen die Form und Grösse. Drei Betrachter, drei unterschiedliche Wahrnehmungen und das vom gleichen Gegenstand.
Was sagt und das?
Erstens: Es gibt keine wahre absolute Wahrnehmung, im Sinne von das ist die Wahrheit. Unsere Wahrnehmung ist je nach Sichtweise immer subjektiv.
Zweitens: Es lohnt sich, einen Gegenstand, auch wenn er uns auf den ersten Blick noch so simpel erscheint, mit und in unterschiedlichen Sichtweisen zu betrachten.
Es lohnt sich immer wieder ins Detail zu schauen, genauer hinzuschauen.
Als Taucher im und unter Wasser haben wir die Freiheit uns in der dritten Dimension mühelos zu bewegen. Es fällt dem Taucher leicht seinen Standpunkt, zumindest visuellen, schnell zu verändern und sich so noch einen neunen, ungeahnten Blickpunkt zu verschaffen.
Im vermeintlich Bekannten gibt es noch so viel Unbekanntes zu entdecken.
Eine Sichtweise die euch bereichert, das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
So richtig zupacken!
Ja wie, wo, wann und vor allem was genau gilt es so richtig zupacken?
Also zupacken nicht im Sinne von etwas zu packen, einpacken, verschnüren, so wie ein Paket.
Nein, so richtig zupacken im Sinne von zugreifen, ergreifen, erbeuten, nehmen. Und auch im Sinne von mit Überzeugung, mit dem festen Willen, es zu tun und wenn schon dann schon, richtig zu tun, das, was man sich vorgenommen hat.
Das können wir alle! Nicht nur starke Männerarme, die auf der Baustelle Zementsäcke so locker tragen, als wären es Tennisbälle. Die auf Stahlträgern balancierend in luftiger Höhe so richtig zupacken.
So richtig zupacken, wie könnte es mit Blick durch die Tauchermaske anders sein, wird auch Unterwasser vollzogen.
Ein blendendes Beispiel dafür ist die Riesenmuschel. Die grösste Muschelart die es gibt. Ist ja logisch, deshalb heisst sie ja auch Riesenmuschel.
Sie kann bis zu einem halben Meter gross werden. Sie stülpt ihre toll gefärbten Muskeln über die Muschelschale und lockt so neugierige Wesen an. Spürt die Muschel dann, dass etwas in ihrer unmittelbaren Nähe ist, zieht sie blitzschnell ihre Muskeln zusammen und schon hat sie die Beute im Griff und sich mit so richtig zupacken ihre Mahlzeit gesichert.
So richtig zupacken, genau das Wünsche ich euch für diese Woche
Johann Vifian
Kopf Hoch
Kopf hoch! Das bekommen wir zu hören, wenn es mal nicht so rund läuft, wenn der Erfolg nicht wie erwartet eintritt, oder wir einfach mal nicht gut drauf sind.
Also lassen wir den Kopf nicht hängen, sondern nehmen die gut gemeinten und aufmunternden Worte "Kopf hoch" entgegen.
Was soll denn das nun? Diese doch eher negativ assoziierten Gedanken! Wurde da der Blick durch die Tauchermaske so sehr getrübt, dass es dem Betrachter aufs Gemüt geschlagen hat?
Mitnichten!
Zugegeben, das Wasser war nicht schnapsklar und ein wenig getrübt, als ich die Seeschildkröte im flachen Gewässer beobachten konnte.
"Kopf hoch" ist für die Seeschildkröte nicht Trübsal blasen sondern quasi ihr Lebenselixier.
Obwohl sich die Seeschildkröte sehr lange ohne zu atmen unter Wasser aufhalten kann, wie beneide ich sie darum, muss sie ab und zu mal auftauchen um Luft zu holen. Denn sie braucht, genau so wir wie Taucher, was im übrigen auch für uns Landwesen gilt, Luft.
Deshalb verlässt sie die Seegraswiese, wo sie in aller Ruhe das Grünzeug frisst, beginnt mit dem Auftauchen um dann getreu nach dem Motto "Kopf hoch", diesen aus dem Wasser zu strecken, Luft zu holen um wieder abzutauchen um sich dann weiter mit den Leckereien auf der Seegraswiese zu befassen.
Kopf hoch, genau das wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
Mit voller Kraft
Auch schon erlebt? Unter der Dusche, einfach gut drauf, mit voller Kraft ein Lied singend.
Meistens möglichst laut. Keinen kümmerts ob alle Töne korrekt getroffen werden. Hauptsache es tut gut so aus tiefster Seele eine Arie zu schmettern.
Und dies ganz ohne Publikum. Keine Zuhörer die im Televoting eines Song Contest meinen Gesang benoten, den Bach ab runter schicken anstatt zur Nr. 1 zu wählen.
Und im Übrigen! Was kümmert mich die Meinung einer virtuellen Zuhörerschaft!
Dann vielmehr, unter der Dusche mit voller Kraft singend, denn das ist Körper- und Psychohygenie zugleich.
Ganz besonders nach dem Tauchen, das Salzwasser abduschend und dabei das soeben Erlebte Revue passieren lassen.
Vor meinem geistigen Auge lasse ich nochmals meinen Blick durch die Tauchermaske vorüberziehen und sehe vor mir den Krötenfisch. Dies mit einem weit aufgerissenen Mund, nein nicht um zu fressen, sondern mit voller Kraft und aus voller Kehle, mit Inbrunst ein Lied singend. Auch ein Krötenfisch darf ja einmal, so wie wir Taucher nach dem Tauchen, mit sich selber zufrieden zu sein und dies mit voller Kraft, Töne von sich schmetternd, zum Ausdruck bringen.
Singen oder sonst was tun, Hauptsache mit voller Kraft, das wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
Ein Dorn im Auge
Zugegeben, ein Dorn im Auge braucht keiner von uns. Weder im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich einen Dorn, einen Splitter, oder was auch immer, das uns ins Auge gekommen ist, brennt und stört bis wir es, oder sogar der Onkel Doktor es entfernt haben.
Ein Dorn im Auge hat auch die Bedeutung, dass einen etwas stört. Das oder der ist mir ein Dorn im Auge, eine uns allen bekannte Redewendung.
Tauchen wir ab und schauen mal ob das Unterwasser auch so ist? Und was sieht mein Fotografenauge durch die Tauchermaske?
Quasi wie ein Dorn ins Auge sticht mir die Flügelauster - angewachsen an einer Buschgorgonie - ins Auge.
Austern! Da sind doch Perlen drin! Ja und nein, nicht immer und nicht in jeder Auster. Die Perle in einer Auster entsteht dadurch, dass ein Fremdkörper in das Muschelfleisch der Auster eindringt, eigentlich wie ein Dorn im Auge, und sich dort festsetzt.
Und was macht die Auster?
Da sie keinen Onkel Augenarzt hat, der ihr den Fremdkörper entfernt, schützt sich die Auster damit, indem sie den Fremdkörper umschliesst und so wächst und entsteht eine Perle.
Diese wird dann als Schmuckstück getragen und ist wiederum einigen ein Dorn im Auge, weil sie keine Perlenkette haben.
So oder so eine Woche mit oder ohne Dorn im Auge wünscht euch
Johann Vifian
Wettkampf
Hat für uns alle in irgendeiner Art eine Bedeutung.
Im Zweikampf Mann gegen Mann, darf auch Frau gegen Frau sein, in zweier Teams gegeneinander und/oder als Mannschaft.
Anmerkung dazwischen, dabei fällt mir auf, dass es das Wort Frauschaft gar nicht gibt, obwohl es auch Mannschaften mit reiner Frauenbesetzung gibt. Das wäre dann eine Fraumannschaft.
Dann kennen wir ja auch den Wettkampf zwischen den Geschlechtern. Emanzipation lässt grüssen.
Wettkampf, bedeutet auch gegeneinander. Muss das so sein? Im Wettkampf nicht gegeneinander sondern miteinander bestehen und auch gewinnen, ja, das ist möglich.
Die Natur macht es uns vor. Sehr gut ist dies für uns Taucher zu beobachten.
Sämtliche Lebewesen, ob pflanzlicher oder tierischer Art befinden sich dauernd in einem Wettkampf. Einem Wettkampf um einen möglichst guten Platz einzunehmen, damit die Nahrungsaufnahme gesichert und der Lebensraum verbessert und optimiert werden kann.
Dabei gehen die Lebewesen auch Partnerschaften und Symbiosen ein. Das Skelett einer zum Teil alt gewordenen Fächerkoralle bietet einen Logenplatz für die Spezies der Schwämme, auf denen sich mit Vorliebe Nacktkiemenschnecken niederlassen. Weichkorallen zeigen sich stolz in ihrer Farbenpracht und Fische, dauernd in Bewegung, komplettieren das Bild.
Sie alle sind Teilnehmer eines Wettkampfes gegeneinander mit dem Ziel miteinander zu gewinnen.
In dem Sinne wünsche ich euch eine an Wettkampf reiche Woche.
Johann Vifian
Zwei Welten
Aus den Gletschern der Bergwelt fliesst es ins Meer: das Wasser. Zwei Welten unzertrennlich miteinander verbunden.
Auf den ersten Blick haben die zwei Welten nichts Gemeinsames.
Weit gefehlt! So unterschiedlich sie uns auch erscheinen, es gibt viele Gemeinsamkeiten.
Imposant, aussergewöhnlich, beeindruckend, erscheinen uns die Welt der Berge und die Weiten der Ozeane.
Beide Welten wurden von Abenteurern, mutigen Frauen und Männern erforscht, bestiegen und betaucht. Sie haben unter Einsatz ihres Lebens für uns die Türe in diese zwei Welten geöffnet.
Heute können wir bequem und ungefährlich, vom TV Sessel aus, die zwei Welten mitendecken. Reicht das jedoch aus? Ich denke nein! Selber und hautnah die zwei Welten entdecken, indem man eine Bergwanderung unternimmt, oder in die Tiefen der Meere abtaucht.
Eines ist dabei gewiss: Es tut uns in vieler Hinsicht gut. Körperlich und emotional. Wir bewegen uns, fühlen unseren Körper, atmen die frische Luft der Bergwelt und sind stolz den Gipfel erreicht zu haben. Wir geniessen die Aussicht von oben auf die Welt da unten.
All das und noch viel mehr ist mir durch den Kopf gegangen als ich beim Tauchen die imposante, einer Bergwelt gleichende Unterwasserlandschaft fotografiert habe.
Ich fühlte mich glücklich, mich in zwei so unterschiedlichen Welten bewegen zu dürfen.
Geniesst das Leben in zwei Welten, genau das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
Blau-Weiss-Rot
Das Spiel und die Deutung von Farben sind uns allen nicht unbekannt. Einzeln und/oder in der Kombination werden sie verwendet und haben mal mehr, mal weniger wichtige Bedeutungen. Ganz aus der Sicht des Betrachters.
Sogar das Strassenverkehrsgesetz benutzt die Farben. Rot-Gelb-Grün die Farben der Ampel.
Die Politik lässt sich da nicht lumpen und meistens im Wahlkampf werden über Ampel Koalitionen Schwarz-Grün-Gelb oder Schwarz-Rot-Grün oder oder spekuliert.
Da dürfen die Psychologen natürlich nicht hinten anstehen und benutzen die Farben auch für ihre Zwecke. Da gibt es seit den 50ern den Farbentest von Prof. Dr. Max Lüscher, zufällig ein Schweizer aus Basel, der voll auf die die Bedeutung von Farben setzte. Dieser Test erlangte weltweit Annerkennung in der Diagnostik der Persönlichkeitsstruktur: Rot für Selbstvertrauen, Grün für Selbstachtung, Gelb für Entfaltung und Blau für Zufriedenheit.
Und was hat das alles mit uns Spezies von Tauchern zu tun?
Sehr viel.
Wir Taucher brauchen zwar keinen Persönlichkeitstest, denn wir wissen selber, dass wir „eine Macke“ haben. Die Farben faszinieren uns jedoch genau so. Denn wo findet man schon eine solche von Natur geschaffene intensive Farbkombination? Zum Beispiel die Rote Gorgonie im Blau des Meeres mit dem Weiss der Korallenpolypen. Was begehrt da das Auge mehr?
Eine Blau-Weiss-Rote, in jedem Fall farbenfrohe Woche wünscht euch
Johann Vifian
Der goldene Schuss
Richtig geraten! So hiess eine bekannte TV Show im ZDF. Im Zweiten sieht man ja bekanntlich besser. Es ist schon ein paar Jährchen her, als die Samstag Abend-Show von 1964 bis 1970 ein Strassenfeger war.
Moderiert wurde die Sendung vom Sänger und Entertainer Vico Torriani.
Ein Schweizer, genau so wie Wilhelm Tell, der Schweizer Nationalheld, allen bekannt wegen seinem Schuss mit der Armbrust durch den Apfel auf dem Kopf seines Sohnes Walter.
Sogar Friedrich Schiller, der weltbekannte Deutsche Dichter hat ein Drama darüber geschrieben.
Was lernt uns das? Die beiden Nationen ergänzen sich sehr gut.
Wenn nicht in Sachen Finanzen und Obolus, die es an Vater Staat bezahlen gilt - Steuerstreit lässt grüssen - dann doch in der Unterhaltungsbranche und bei der Literatur von und mit Bedeutung.
Obolus ist zudem eine alte goldene Münze griechischen Ursprunges, mit der Bedeutung eine kleine Gebühr zu bezahlen.
All das ging mir durch den Kopf, nachdem ich das Foto des goldgelben Krötenfischs geschossen habe.
Einen Krötenfisch frei schwimmend so abzulichten ist, mit Verlaub, für jeden durch die Tauchermaske blickenden und fotografierenden Taucher quasi wie der goldene Schuss.
Eine Woche mit dem goldenen Schuss wünscht euch
Johann Vifian
Im Duett
"Im Duett" wird primär mit Gesang und Musik assoziiert. Ein Gesangsduo, das sich stimmlich ergänzt und unsere Ohren erfreut und unsere Herzen berührt. So zumindest ist es die Absicht eines Gesangsduos. Und wenn der Gesang im Duo nicht gefällt, was soll’s?
Über Geschmack streitet man ja bekanntlich nicht, man hat ihn oder hat ihn nicht, so zumindest soll es der Franzose sagen.
Im Duett bedeutet jedoch auch, zumindest für mich, gemeinsam das Gleiche tun. Das Gleiche tun, weil es zu zweit einfach schöner ist.
Genau so ist es beim Tauchen. Nicht umsonst ist die Regel Nr. 1 beim Tauchen: Tauche nie allein! Denn geteilte Freude ist bekanntlich ja doppelte Freude.
Zwar gibt es sie noch nicht die Duett Tauchermaske. Wäre auch etwas kompliziert gemeinsam mit einer Maske zu tauchen. Dies im Glauben, beide sehen dann das Gleiche.
Umso mehr macht es Spass das gemeinsam Gesehene aus der Sichtweise des Tauchpartners zu betrachten und mit ihm darüber zu philosophieren.
Darüber zu philosophieren, was wohl unsere zwei Wimpelfische dazu bewog so im Duett zu schwimmen.
Haben sie wohl für die Olympischen Spiele der Unterwasserspezies im Synchronschwimmen trainiert? Oder sind die beiden nur frisch verliebt in einer lauen Frühlingsnacht Spazierschwimmen gegangen?
Eine Woche im Duett wünscht euch
Johann Vifian
Donut
Was zum Neptun hat ein Donut mit dem Tauchen zu tun?
Ein Donut gehört doch in einen Imbissladen, amerikanisch angehaucht.
Denn dort hat der Donut seinen Ursprung. Genau genommen ist ein Donut ein doughnut, auf gut Deutsch eine Teignuss. Die Teignuss, oder besser doch umgangssprachlich, also Donut, ist ein Gepäck aus Hefeteig.
OK, Gepäck auf der Basis von Hefeteig gibt es einige, Teilchen wie sie in Deutschland genannt werden, oder ä Schnägg auf Schweizer Mundart oder der Berliner, der zum Essen und nicht der Bewohner der Hauptstadt von good old Germany.
Was den Donut von einem popeligen einfachen Hefegepäck unterscheidet ist, dass er ein Loch in der Mitte hat. Ein Loch durch das auch eine Schnur, Kordel oder Seil gezogen werden könnte
Genau so wie auf unserem Bild. Ein Seil, an dem ursprünglich mal ein kreisrunder Markierungskörper, mit einem Loch in der Mitte, befestigt wurde, um Unterwasser einen Punkt anzuzeigen.
So ein Geschenk lässt sich Mutter Natur Unterwasser nicht entgehen und schon wird der Schwimmkörper mit einer Feuerkoralle überwachsen. Um noch einen draufzusetzen, nein drunter zu setzen, zusätzlich eine Himbeerkoralle. Die heisst wirklich so.
Und schon ist er geboren der Unterwasser-Donut. Scharf wie Feuer und mit Himbeergeschmack.
Einen guten Appetit mit oder ohne Donut wünscht euch diese Woche
Johann Vifian
Von einem anderen Planeten
Ja, da kommen sie her, die Ausserirdischen, Marsmännchen und ET’s.
Die einen sind fest davon überzeugt, dass es sie gibt, die die von einem anderen Planeten kommen.
Die andern finden das ausgemachten Blödsinn.
Eines ist gewiss: Der Faszination ob der Frage ob wir auf Mutter Erde die einzigen Lebewesen sind oder ob es da sonst wo noch im All grüne Männchen gibt, kann sich niemand entziehen.
Ganze Industriezweige beackern dieses Feld, man denke nur an die Filme und Science Fiction Romane.
All das muss ich nicht haben, denn wenn ich tauchen gehe, komme in nicht von einem anderen Planeten, sondern besuche einen anderen Planeten. Den blauen Planeten.
Und was treffe ich dort an?
Ufos, es gibt sie doch, sie sind angekommen, von einem anderen Planeten.
Alles Quatsch! Zugegeben, das was hier einem Ufo gleich aussieht, mit gelben Bewohnern als Besatzung, sind Salpen vom Planeten Thaliacea. Nein, von keinem Planeten, sondern Thaliacea ist der korrekte wissenschaftliche Name dieser Salben, die zur Gattung der Manteltiere gehören.
Es sind frei schwimmende Meerestiere und einige davon haben Leuchtorgane.
Warum auf die Ausserirdischen warten?
Nur abtauchen und mit einem Schuss Phantasie dazu haben wir schon die Besucher von einem anderen Planten.
Eine Woche mit etwas Phantasie wie von einem anderen Planeten wünscht euch
Johann Vifian
Flötenspiel
Flötenspiel! Was kommt jetzt?
Alle von uns, zumindest die meisten, erinnern sich sicher an ihre Zeit als ABC Schützen.
Nicht der Beitritt zum Schützenverein, nein, die Tage als wir als Kinder damit begannen die Schulbank zu drücken. Es ging darum uns das Schreiben, Lesen und Rechnen beizubringen.
Für wahr eine tolle und gute Sache.
Da wir Menschen auch mal von der Muse geküsst werden, durfte die musikalische Ausbildung nicht fehlen. Und die geschah mit dem Flötenspiel. Man gab uns, noch unentdeckten Musikgenies, eine Blockflöte in die Hände und brachte uns das Spiel auf der Flöte bei.
Halt! Stopp! Intervention! Man versuchte uns das Flötenspiel beizubringen. Denn bei mir ist es kläglich misslungen. Das Wasser stand mir einfach näher. Und so bin ich abgetaucht im Glauben vom Flötenspiel endgültig befreit zu sein.
Denkste! Was gibt es da anzutreffen? Ein Lebewesen, das mit der Flöte geboren ist.
Trallerie, Trallera, Fistularia, was muss dieser Fisch musikalisch so alles drauf haben? Fistularia deshalb, weil dieser Fisch den Namen Fistularia commersonii hat. Auf Gut Deutsch Flötenfisch. Wie gut der Fisch das Flötenspiel, im musikalischen Sinne, beherrscht, weiss ich nicht. Ist ja auch egal, Hauptsache der Fisch fühlt sich wohl dabei.
Genau das wünsche ich euch diese Woche, fühlt euch wohl mit oder ohne Flötenspiel.
Johann Vifian
Krone aufgesetzt
Was gehört zu einem König, zu einer Königin?
Dumme Frage: eine Krone selbstverständlich.
Das beginnt in den Königshäusern schon in bei den Kids, standesgemäss Prinzessinnen und Prinzen genannt, die bekommen ja auch schon ihr Krönchen aufgesetzt.
Und was ist mit uns normalen Erdenbürgern, die angeblich kein blaues Blut haben?
Auch die bekommen ihre Krone aufgesetzt.
Der menschliche Geist, genährt mit dem Bedürfnis nach Anerkennung, ist da äusserst erfinderisch.
Wer kennt sie nicht, die Event’s "wer ist die Schönste im ganzen Land?", die Schönheitswettbewerbe?
Der Sport macht im Spiel beim Krone aufsetzten munter mit. Fussballkönig, Skikönig, Laufkönig, praktisch jeder, der einmal gewinnt, bekommt seine Krone aufgesetzt.
Bei soviel Krone aufsetzen lässt sich die Welt Unterwasser selbstverständlich auch nicht lumpen. Denn genau so kommt es mir vor als ich die Niedrige Geweihkoralle -Acropora humilis- genau so wie als Krone aufgesetzt, auf einer Solide Porenkoralle -Porites Solida- gesehen und fotografiert habe. Pikant daran erscheint mir, dass auch etwas, was als "niedrig" bezeichnet wird, nämlich die Niedrige Geweihkoralle, als Krone dient.
Genau so wie bei uns Erdenbürger, egal aus was die Korne schlussendlich ist, egal warum wir eine Krone aufgesetzt bekommen, das Bedürfnis ein Krone aufgesetzt zu bekommen, steckt in uns allen drin.
Eine Woche mit der Krone aufgesetzt bekommen wünscht euch
Johann Vifian
Frühlingsputz
Mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen befällt vorwiegend die weibliche Spezies unter uns das Fieber des Frühlingsputzes.
Der Mief des Winters, der angesammelte Staub, unter allen Möbeln, an den unmöglichsten und schwerst zugänglichen Orten in unserer Bleibe, dem wird radikal und unerbittlich zu Leibe gerückt.
Ja und was hat das alles mit unserer Glossodoris cinta –Blaurand-Sternschnecke- zu tun?
Sehr viel. Denn genau diese Schnecke habe ich vor wenigen Tagen das erste Mal beim Tauchen entdecken dürfen. OK, da fehlt immer noch die Verbindung zum Frühlingsputz.
Geduld, Geduld, der kommt.
Die Schnecke war mitten in einem fast Fussball grossen Feld von grünen Algen. Und dieser musste vom Untergrund des Sandbodens weggeputzt werden.
Eine schier unlösbare Aufgabe für unsere Schecke. Fast genauso wie der allerseits hassgeliebte Frühlingsputz. Ganz schneckenkonform lässt sich unsere Glossodoris nicht stressen und geht die Reinigung, wie es sich gehört, im Schneckentempo an.
Und oh Wunder: Sie wird damit in Kürze fertig. Denn die Erwärmung des Wassers führt dazu, dass die Algen im Frühling einfach so verschwinden.
Zack und schon sauber ist der sandige Meeresboden, trotz Schneckentempo.
Also wenn schon Frühlingsputz, dann in jedem Fall gemütlich angehen, denn vielleicht haben wir ja Glück und eine solch naturgegebene Reinigung, ersetzt uns quasi die Mühen des Frühlingsputzes.
Eine, wenn möglich, sich selbst erledigende Frühlingsputz-Woche wünscht euch
Johann Vifian
HINTER GITTERN
Betrachten wir das mal von drei Seiten.
Erstens mit Blick von innen nach aussen. So ist es für den Ganoven, der im Knast sitzt, der eben Hinter Gittern ist.
Zugegeben keine so tolle Aussicht. Zumindest soll die Luft dort gut sein, da sie ja durch das Gitter gesiebt, sprich etwas gereinigt, wird.
Zweitens mit Blick von aussen nach innen. So ist es für den Betrachter, wenn er sich den Villen der Reichen nähert. Wirkungsvolle Umzäunungen, kunstvoll gestaltete Sicherungsgitter vor den Fenstern, das alles um den Erdenbürger davon abzuhalten einzubrechen und so hinter Gitter zu kommen.
Drittens, last but not least wie könnte es anderes sein, mit Blick durch die Tauchermaske.
Da gibt es, wie hier abgebildet, die Zarte Knotenkoralle – Acabaria delicutla - eine visuelle Delikatesse wie sie so an der Höhlendecke hängt und mir den Blick hinaus ins Tief des blauen Wassers freigibt.
Also, wenn ihr mich fragt, auf den ersten Blick hinter Gittern kann ich verzichten, auf den zweiten eine Villa zu haben, mit der latenten Angst im Nacken, dass bei mir eingebrochen werden kann, na ja, auch nicht das non plus ultra. Da ist mir am liebsten der dritte Blick, der durch die Tauchermaske
Macht es genau so und wagt diese Woche mal den Blick Hinter Gitter.
Johann Vifian
EIN DACH ÜBER DEM KOPF
Weiter es Dach überem Chopf?
Wollt ihr ein Dach über dem Kopf, so fragte in den 60er Jahren der Stadtpräsident von Bern seine Stadtbewohner. Gemeint damit war eine gigantisch anmutende Überdachung des damals noch offenen Eisstadions. Die Berner sagten Ja und kamen so zu ihrem Dach.
Ja, auch wir alle wünschen uns, vielmehr brauchen wir, ein Dach über dem Kopf.
Klar doch, wenn das Dach über dem Kopf gleichzeitig mit einer Villa, einer tollen Wohnung (Dachstock wäre super!) verbunden ist, dann freuen wir uns gerade doppelt darüber.
Mehrere Berufsgruppen haben es sich zur Aufgabe gestellt für uns Dächer zu planen, zu konstruieren und zu bauen. Vom einfachen Satteldach, übers Flachdach bis zu statischen Meisterleistungen von gewölbten Überdeckungen in Sporthallen und Schwimmbädern.
Mit den Schwimmbädern sind wir, wie kann es anders sein, beim Wasser angekommen.
In demselbigen, dem Wasser, baut die Natur Dächer, die in allem die von Menschenhand gebauten Dächer bei weitem übertreffen.
Kein Ingenieur, kein Architekt, schafft es den Aufbau, die Statik, das filigrane und doch steinharte Lebewesen, der hier fotografierten Acropora (Geweihkoralle) latistella (Tischkoralle) nur annähernd nachzubauen.
Möglich, dass den Ingenieuren der Blick durch die Tauchermaske dabei helfen könnte.
So oder so, in jedem Fall ein Dach über dem Kopf, das wünsche ich euch für diese Woche.
Johann Vifian
ALLE GUTEN DINGE SIND DREI
"Die Drei" wird in sehr vielen uns bekannten Redewendungen verwendet.
Die heiligen drei Könige, Drei mal darfst du raten, Die drei Musketiere.
Zum Skatspielen braucht es mindestens 3 Spieler, beim Jass, dem Schweizer Kartenspiel ebenfalls. Auch im Sport wird die Drei vielfach verwendet.
Im Fussball freut sich jeder über den Hattrick. Beim Eishockey dauert das Spiel drei Drittel und beim Tennis meistens drei Sätze.
Ein Flotter Dreier oder die Ménage à trois, vom französischen übernommen als Dreiecksbeziehung.
Die Drei ist seit Alters her eine kultische Zahl, der eine hohe Bedeutung zugemessen wird.
Einerseits wird behauptet, die Drei als heilige Zahl sei auf das Christentum zurückzuführen, der heiligen Dreifaltigkeit. Andere Quellen sagen, dass die Redewendung "Alle guten Dinge sind drei" ursprünglich aus der Rechtssprache stammt. Unter einem Ding verstand man früher bei den alten Germanen keine Sache, sondern die altdeutsche Gerichtsversammlung. Wenn man als Beklagter drei Mal vorgeladen wurde und nicht erschien, konnte man nach dem dritten Termin auch in Abwesenheit verurteilt werden. Der Kläger gewann automatisch.
Und was hat das alles mit dem Tauchen zu tun?
Nichts, ausser dass es mir mal gelungen ist, drei Maskenfalterfische zu dritt, schön hintereinander aufgereiht, abzulichten. Was, by the way, sehr selten vorkommt.
Alle guten Dinge sind drei, genau das wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian
Wie in guten alten Zeiten….
….spricht der Vater zu seinem Sohn. Nicht schon wieder diesen Spruch, erwidert der Sohnemann. Meinst du denn früher war alles besser?
Überlassen wir die Antwort den Historikern und wenden uns der Gegenwart zu.
Und schon wieder komme ich nicht darum herum, über die guten alten Zeiten zu schreiben. Grund genug dafür habe ich. 
So traf ich mich diese Tage mit meinen Kameraden aus der guten alten Zeit der Tauchschwimmerausbildung anno dazumal bei der Swiss Army. Es gibt also nicht nur das weltbekannte Swiss Army Messer sondern auch Jungs die aus den Bergen kamen und Tauchen auf die harte Tour kennen lernten. Hart, jedoch so wertvoll, dass wir ein Taucherleben lang davon zehren können. Wie schön kann es doch sein mit Kameraden zusammen die guten alten Zeiten aufleben zu lassen.
Tauchen nicht nur in der Vergangenheit, nein auch in der Gegenwart. So geschehen auch diese Tage, wo ich wieder mal meine Riffe um Hurghada besuchte.
Ob ihr’s glaubt oder nicht, diese sind noch genau so gut erhalten wie anno dazumal. Sie strotzen nur so mit einer Fülle Marinen Lebens.
Früher war alles besser?!
Was soll’s, sicher ist, dass es kaum was Schöneres gibt als in der Gegenwart gemeinsam mit Kameraden in die guten alten Zeiten abzutauchen. Dabei festzustellen, dass sich diese verändert haben und trotzdem gleich geblieben sind.
Eine Woche wie in guten alten Zeiten wünscht euch
Johann Vifian
HOCHDRUCK
Das soll noch einer verstehen!
Einmal bringt es sibirisch kaltes und einmal tropisch heisses Wetter. Im Sommer bedeutet Hochdruck
schönes Wetter mit warmen Temperaturen und im Winter bringt uns, ebenfalls Hochdruck, so wie jetzt, saukaltes Wetter mit tiefen Minus-Temperaturen. Damit noch Schnee dazukommt, den wir alle so lieben, braucht es jedoch ein Tiefdruck, denn das ist für Niederschläge zuständig, ob nun Schnee im Winter oder Regen im Sommer.
Regen, den wir nicht so gerne haben, die Natur jedoch benötigt damit sie gedeihen und wachsen kann. Ob in flüssiger Form, eben als Regen oder in fester Form als Schneekristall - Hauptsache Wasser. Denn faszinierend ist es allemal.
Genauso ist das auch für uns Taucher.
Wasser, Hoch, Tief und Druck, damit befassen wir uns bei jedem Tauchgang. Zu Beginn beim Abtauchen sind wir mit dem Tiefdruck konfrontiert, logischerweise auch im Nassen wie beim Regen im Sommer. Dann zum Schluss eines jeden Tauchganges beim Auftauchen kommt der Hochdruck.
Wenn dann noch die aufsteigenden Luftblasen, die aussehen wie Schneeflocken, meinen Aufstieg begleiten, fühle ich mich in einem Hoch ohne Druck.
Genau das wünsche ich euch diese Woche, ein Hoch ohne Druck.
Johann Vifian
Aufgedreht
Ja was denn aufgedreht?
Zum Beispiel die Zahnpastatube bei der Morgentoilette, der Verschlussdeckel des Marmeladenglas beim Frühstück, der Benzindeckel beim Auto fürs Tanken, das Schloss bei der Bürotür oder der Werkstatt, um zum Arbeitsplatz zu kommen und so weiter und so fort.
Die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden, von Gegenständen, welche für Tätigkeiten in unserem Alltag entweder zur Gewohnheit geworden sind oder uns tierisch ärgern, wenn sie nicht oder nur mit viel Kraftaufwand und Mühe aufgedreht werden können.
Dann gibt es noch die psychologische Komponente, nämlich die des aufgedreht sein. Aufgedreht sein, weil man aufgeregt ist, erregt ist, weil man nicht weiss was da kommen mag. Beim Bewerbungsgespräch, vor einer Prüfung, als Schauspieler vor seinem Auftritt oder als Zuschauer der gespannt und innerlich aufgedreht ist, weil er sich so aufs Konzert freut.
Und schon sind wir bei der Kunst angelangt.
Nachdem ich wie immer das Ventil meiner Tauchflasche aufgedreht habe, und einfach so zum Spass mich drehend in die Tiefe habe fallen lassen, begegne ich dieser Schraubensalbelle. Ein Röhrenwurm, ja ihr lest richtig, Röhrenwurm, der erst aufgedreht so richtig zur Geltung kommt und seine volle Pracht entfaltet. Wie schön kann doch aufgedreht sein.
Eine aufgedrehte Woche wünscht euch
Johann Vifian
GEGENSÄTZE
Gegensätze ziehen sich an. Ist das wirklich so? Ich denke schon. Also stellt sich die Frage warum ist das so?
Warum ist das so, wenn es doch auch heisst „gleich und gleich gesellt sich gern". Und schon haben wir zwei gegensätzliche Aussagen.
Zwei gegensätzliche Aussagen, die im Besonderen bei der Betrachtung von Partnerschaften verwendet werden. Damit befasst sich auch die Wissenschaft. Gibt es doch etliche Untersuchungen zu diesem Thema, die zum Ergebnis kommen, dass das eine etwas mehr als das andere zutrifft, aber beides aufgrund empirisch erfasster Daten, gegeben ist.
Das mit wissenschaftlichen Untersuchungen ist so eine Sache, also lassen wir das und tauchen ab. Und was sehe ich da?Ein canthigaster coronata oder auf gut Deutsch ein Kronenspitzopf-Kugelfisch.
Also von einem Kugelfisch erwarte ich, dass der rund wie eine Kugel ist. Ist er meistens auch. Aber eben nicht immer muss alles an ihm rund sein. Wenn der Kopf im Gegensatz zum Körper spitz ist, dann setzt man dem noch die Krone auf und schon heisst unser niedlicher Fisch, der ausgewachsen um die 15 cm gross ist, Kronenspitzopf-Kugelfisch. Wie schon können Gegensätze doch sein.
Gerade deshalb wünsche ich euch eine Woche mit vielen Gegensätzen.
Johann Vifian
Einfach gut drauf sein
Möchten wir doch alle! Oder etwa nicht?
O. K., es gibt sie halt, die Miesepeter, solche, die mit runter gezogenen Mundwinkeln montags zur Arbeit gehen, oder einfach solche, die immer was zum Nörgeln und zum Aussetzen haben.
Ganz nach dem Motto: Mir geht es schlecht und um noch einen oben drauf zu setzen, dann soll es auch den anderen nicht besser gehen.
Wenn dann noch das Wetter nicht mitmacht, die Sonne nicht scheint, eine Hochnebeldecke oder ein Grau in Grau bewölkter Himmel und einer Temperatur so um die null Grad ist, ja dann ist die Stimmung auch genau dort, nämlich tief unten.
Dem kann abgeholfen werden!
Ihr ahnt es schon, wenn schon tief unten dann abtauchen. Abtauchen um einfach gut drauf zu sein. Abtauchen in eine eindrückliche, farbenfrohe, vor Leben strotzende, bezaubernde, wunderbare Welt. Es ist immer wieder faszinierend so eine Artenvielfalt life, nah und spürbar erleben zu dürfen. Das mitgenommene Bild bleibt in Erinnerung, ob im Kopf oder wie hier abgelichtet. In jedem Fall ist es die beste Medizin um einfach gut drauf zu sein.
Abtauchen und eintauchen, egal wo und wie, einfach in das, was uns das Leben zu bieten hat.
Einfach gut drauf sein, so eine Woche wünscht euch
Johann Vifian
Genau hinschauen
Genau hinschauen, ja genau so wie unser Einsiedlerkrebs.
Clever, wie er das macht. Und faul dazu. Warum faul? Anstatt sich selbst ein Haus zu bauen, so wie sich das für anständige Menschen, äh Lebewesen gehört, nimmt er sich ein nicht mehr benütztes Schneckenhaus, denn leider für die Schnecke, hat diese das zeitliche gesegnet, und schwups schon hat unser Einsiedelerkrebs ihr Haus übernommen.
Bei Gefahr, auch die gibt es nicht nur in der Welt Über-, sondern auch Unterwasser, zieht er sich in sekundenschnelle in sein Haus zurück und wartet da mal ne Weile.
Es braucht dann schon ein Quantum an Geduld, solange zu warten bis die Neugier den Einsiedlerkrebs dazu treibt sich wieder zu zeigen und rauszuschauen. Rausschauen um genau hinzuschauen wo es wohl was zum Futtern gibt.
Denn Futter brauchen wir alle. So auch die Spezies der Journalisten und Reporter deren Aufgabe es ist genau hinzuschauen. Und was entdecken sie?
Einer der sich anstatt sein Haus selber zu bauen, sich die Kohle von einem Freund leit und schon nennt er sein Heim sein eigen. Na und fragt man sich da?
Weil er kein Einsiedlerkrebs ist, sondern Bundespräsident, bewegt das eine ganze Nation.
Genau hinschauen was den diese Woche bringen mag das rät euch
Johann Vifian
Ein kleines Wunder
Bleiben wir auf dem Boden und sind, wenn schon, denn schon, auch mit einem kleinen Wunder zufrieden.
Können wir ausser davon träumen, mehr dafür tun, damit uns ein Wunder widerfährt? 
Ja, und dies schreibe ich mit vollster Überzeugung: Jeder für sich kann was dafür tun, dass ihm ein Wunder, ob gross oder klein, widerfährt.
Ja und nein, egal ob aus einer Wundertüte, oder aus der Taucherkiste, es funktioniert.
So zum Beispiel das Wunder werdendes Leben ansehen zu dürfen. Das Bild im schönsten weichen Rot Ton, filigran wie ein feines Seidentuch, ist nichts anderes als ein Gelege der spanischen Tänzerin, einer Nacktkiemenschnecke.
Also, die Sinne auf positiven Empfang einstellen und schon haben wir das Nächste …..
Ja genau das wünsche ich euch diese Woche, jedem ein kleines Wunder!
Johann Vifian
Genau so wie ein Blumenstrauss
Ja was ist denn genau so wie ein Blumenstrauss?
Die Erinnerungen unseres verflossenen Jahres. Denn das von mir erklärte Unwort des Jahres, nämlich Jahresrückblick, will ich nicht verwenden. Sch…… jetzt habe ich trotzdem geschrieben.
Also, genau so wie ein Blumenstrauss, fügen wir die Erinnerungen über das Erlebte zu einem Ganzen zusammen. Jede einzelne Blume hat Wurzeln, hat einen Stiel, manchmal mit Dornen, und am oberen Ende des Stiels, befindet sich die Blüten, mal einfarbig, mal bunt und auffällig, in verschiedenen Formen und Grössen.
Unser Jahresblumenstrauss, ja das Wort gefällt mir bei weitem besser als das Wort, … nein diesmal schreibe ich es nicht, besteht aus vielen Blumen mit vielen unterschiedlichen Blüten.
Zu allem und jedem unserer Blumen und Blüten, sprich Erinnerungen haben wir im Laufe der Zeit eine Beziehung aufgebaut.
Jede einzelne Erinnerungsblume hat ihren Platz und trägt dazu bei, dass der Jahresblumenstrauss, zu einem Ganzen wird.
Wie jeder Blumenstrauss verwelkt auch unser Jahresblumenstrauss einmal, bleibt in Erinnerung und macht für neue Blumen und Blüten Platz.
Genau so wie unsere Strausskoralle (Xenia umbellata) die noch in voller Blüte steht, sich einen schönen Platz ergattert hat, erfreut sie unser Auge, bleibt in Erinnerung und macht mit der Zeit Platz für Neues.
Eine Woche, genau so wie ein Blumenstrauss, wünscht euch
Johann Vifian
Freude herrscht
Auf alle Fälle, wir haben alle Freude, wenn Freude herrscht.
Sei es bei den Linguistikern, weil sie zu Recht sagen, diese Aussage sei sprachlich nicht korrekt, sich jedoch genau so über den Versprecher freuen wie viele von uns auch.
Diese mittlerweile in der ganzen „Schweiz-Welt-Bekannte“ Aussage war ein Versprecher von unserem (Schweiz) Ex-Bundesrat Adolf Ogi, als er 1972 mit Claude Nicollier in einer Direktverbindung ins Weltall zum Space Shuttle Atlantis seiner Freude Ausdruck verlieh.
Zum Ende der vierten Adventswoche wird Weihnachten sein. Das Fest der Freude und Liebe.
Freude herrscht bei den Kindern und Jung gebliebenen, die mit staunenden und leuchtenden Augen die Lichter der Weihnachtskerzen am Weihnachtsbaum bewundern.
Freude herrscht bei allen, die erfolgreich die Geschenke eingekauft haben.
Freude herrscht bei allen, die mit dem Verkauf der Geschenke etwas verdient haben.
Freude herrscht bei allen, welche nach der arbeitsintensiven Zeit vor Weihnachten entspannt die arbeitsfreien Weihnachtstage geniessen.
Freude herrscht bei den Beschenkten.
Freude herrscht bei allen, welche den Frieden und die Ruhe des Weihnachtstages spüren.
Freude herrscht auch bei uns Tauchern, die in der Stille der unendlichen Weite der Meere Frieden und Ruhe finden und Tauchern, welche dem Licht entgegen sehen und spüren, wie friedvoll die Welt doch sein kann.
Freude herrscht, genau das wünsche ich euch für diese vierte Adventswoche.
Johann Vifian
Take it easy
Nimm’s gelassen! Ja, was den gelassen nehmen? Klar doch, den weihnachtlichen Einkaufsrummel.
Geschenke einkaufen ist an sich ja was Schönes. Noch schöner ist es dann, die selbigen zu verschenken und unter den Weihnachtsbaum zu legen.
Aber warum muss das Einkaufen in der Adventszeit im dichten Gedränge von Erdenbürger geschehen, die auch am Geschenke aussuchen und einkaufen sind.
Wenn jetzt noch dazu kommt, dass ich noch gar nicht weiss, was ich denn als Geschenk kaufen will, mehr oder weniger rat- und hilflos im Geschäft verlegen rumstehe, ja dann gilt erst recht take it easy - nimm’s gelassen.
Macht mitten im Einkaufrummel mal einfach eine Pause, bleibt stehen, sucht eine ruhige Ecke, und beobachtet das Gewusel um euch herum. Atmet drei Mal tief durch. Es hilft garantiert.
Genau so machen wir Taucher es auch. Wenn’s mal eng wird, gilt take it easy, ruhig bleiben und dreimal tief durchatmen.
Und schon Formen sich die unzählig vielen Sardinen, welche wie wild, für mich unkoordiniert und blitzschnell herumschwimmen, zu einem Bild, zu einem Ganzen, zu einer Einheit, genau so wie sich das für die Welt Unterwasser gehört. Stellt sich nur noch die Frage, sind die Sardinen wohl auch beim Weihnachtsshopping?
Take it easy! Genau das wünsche ich euch in der dritten Adventswoche.
Johann Vifian
zuversicht
Er kommt. Der Eine mit Sicherheit pünktlich zum 6. Dezember und der Andere? Ja was denn, welcher Andere? Klar doch, der Schnee.
Der Eine, der zum 6. Dezember, da warten vor allem die Jüngsten drauf. Ob mit Zuversicht oder mit dem Gefühl der Spannung, was da auf sie zukommen mag, eines ist gewiss, der Sankt Nikolaus kommt und besucht Familien und Kinder. Diese, waren sie brav, erwarten voller Zuversicht ihr Geschenk und dürfen, müssen dafür ihr Sprüchlein aufsagen.
Ja und mit dem Anderen, dem Schnee? 
Des einen Leid des andern Freud. Vielleicht lässt er deshalb so lange auf sich warten, bis er kommt? Und wenn er launisch ist und für einige zu spät kommt, verlieren die ihre Zuversicht nicht und produzieren die weisse Pracht mit Schneekanonen. Obwohl das genau genommen, ökologischer Nonsens ist, gerade so wie mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.
Wie schön haben wir es da als Taucher! Wir haben 360 Tage Schnee, zwar nur in flüssiger Form mit etwas Salz drin, doch dass macht ja gerade das Salz in der Suppe aus. Und wenn dann noch eine schneeweisse Weichkoralle dazukommt mit rosa roten Spitzen, fast wie die rote Zipfelmütze des Sankt Nikolaus, dann freuen wir uns Taucher mit Zuversicht auf das was da kommen mag.
zuversicht, genau das wünsche ich euch für diese 2. Advent - Woche
Advent
Endlich ist er da, der Advent. So geht es vielen von uns. Und das aus unterschiedlichsten Gründen. Und diejenigen unter uns, welche den Kommerz rund um den Advent nicht so toll finden, drum herum kommt niemand.
By the way - wisst ihr was Advent heisst? Advent kommt von lateinisch avdentus und bedeutet Ankunft. Immer vier Sonntage vor dem christlichen Weihnachtsfest gedenkt man seiner Ankunft.
Der Advent ist allgegenwärtig. Er ruft bei jedem von uns Erinnerung wach, löst bei jedem von uns, so verschiedenartig sie auch sein mögen, Gefühle aus. Entziehen kann sich dem niemand. So betrachtet ist der Advent eine faszinierende Zeit. Faszinierend, weil wir als Kinder jeden Tag ein Türchen aufmachen durften, und das 24 Tage lang, mit einer Überraschung drin. Faszinierend, weil die Häuser, Strassen, Dörfer ja gar ganze Städte, mit Lichterketten geschmückt werden. Tausende von zusätzlichen kleinen und grösseren Lichtern die mit dem Leuchten des Sternenhimmels eine Wirkung erzeugen, die sicher aussergewöhnlich ist.
Und was treffe ich Unterwasser während des Advents an?
Weisse Korallenpolypen, leuchtend wie Sterne, auf einer roten Peitschenkoralle, sich abhebend vom blauen Wasser, eine Wirkung erzielend, die einer Adventsbeleuchtung in nichts nachsteht.
Eine mit viel Lichtern erfüllte erste Advent - Woche wünscht euch
Johann Vifian
Interessante Begegnung
Begegnung, das haben wir täglich. Jemanden treffen, oder nur sehen, sich begegnen, sei es auf dem Weg zu Arbeit, sei es in der Kantine, im Fitnessclub, bei der Arbeit oder wo und wann auch immer: Wir begegnen einander.
Und wie ist das mit einer interessanten Begegnung? Was macht eine Begegnung interessant?
Also interessant steht schon mal für vieles, wird mit vielen interessanten Adjektiven beschrieben. Bemerkenswert, lohnend, spannend, unterhaltsam, aufschlussreich oder auch merkwürdig, die Aufzählung könnte noch lange fortgesetzt werden.
Eine Begegnung ist dann eine interessante Begegnung, wenn sie uns beschäftigt, wenn sie uns berührt, wenn sie uns in Erinnerung bleibt. Das kann wegen eines nutzbringenden Gesprächs mit meinem Arbeitskollegen während der Mittagspause sein, das kann auch nur bei einem kurzen Augenkontakt mit meinen Sitznachbarn im Zug oder sonst wo sein. Entscheidend für eine interessante Begegnung ist immer unsere Einstellung. Wenn wir offen und ohne Vorbehalte durch unsere Welt gehen, dann haben wir tagtäglich nicht nur einfach so übliche sondern interessante Begegnungen.
Genau so geht es mir auch beim Tauchen. Auch mit dem eingeschränkten Blick durch die Tauchermaske sehen und begegnen wir immer wieder Neuem. So auch dem Winzling von Fisch, der in einem Bambusrohr sein zu Hause hat.
Eine Woche mit einer interessanten Begegnung wünscht euch
Johann Vifian
Miteinander Reden
Tun wir doch, jeden Tag. Mal mit, mal mit weniger Erfolg.
Manchmal reden wir auch aneinander vorbei. So beobachte ich, nicht nur manchmal, nein, sogar des Öfteren reden wir zwar miteinander ohne uns jedoch zu verstehen. Reden eben aneinander vorbei.
Und das obwohl wir dieselbe Sprache, Deutsch, Schwyzerdütsch, Englisch oder was auch immer, sprechen. Reden ist Verständigung, Verständigung ist Kommunikation. Und diese reduziert sich nicht nur auf die Sprache. Wir kommunizieren auch wenn wir nicht reden.
Wie sagte doch Paul Watzlawik, Kommunikationswissenschaftler, man kann nicht NICHT kommunizieren.
Wem das zu abgehoben, zu abstrakt tönt, wer es einfacher haben will, so wie wir Taucher, der bedient sich der Zeichensprache. Da gibt es das Taucher OK Zeichen "Ich bin OK, mir geht es gut.": Zeigefinger auf Daumen legen, einen Kreis bilden und die restlichen drei Finger aufrecht richten.
Dann gibt es noch Zeichen um mitzuteilen was für eine spezielle Fischspezies da zu sehen ist. So wie der Zackenbarsch.
Ja wie zeigt denn der Taucher "hier ist ein Zackenbarsch"? Ganz einfach, er macht mit einer Handbewegung ein Z, und zeigt dann auf seinen werten Hintern, sprich Arsch. Und schon weiss mein Partner hier ist ein Z-acken B-arsch
Miteinander Reden, egal wie, genau das wünsche ich euch für diese Woche
Johann Vifian
Mitbestimmen
Demokratie, das bedeutet mitbestimmen. Vielmehr das IST mitbestimmen.
Mitbestimmen am Geschehen in der Gesellschaft, in der man lebt.
Stellet euch mal vor, da wählt ihr demokratisch eine Regierung, die eure Interessen vertreten sollen.
Und was tut diese? Sie vertreten nicht mehr euch, nicht mehr das Volk, von dem sie gewählt wurden. Nein, sie vertreten die Spezies der geldgierigen Finanzhaie, welche sich selber durch ihre unermessliche Gier ins Abseits manövriert haben. Und das soll nun auf Kosten von anderen, nein, nicht von anderen, sondern von euch, vom Volk, bezahlt werden.
Um der Dreistigkeit noch einen oben aufzusetzen, wird mit allen Mitteln Druck erzeugt das Mitbestimmen von euch, vom Volk, zu unterbinden, gar zu verbieten!
So lässt sich das Volk der Sardinen, das ich neulich mit dem Blick durch die Tauchermaske als Schwarm beobachten konnte, nicht manipulieren. Geschickt bilden sie eine Gemeinschaft, rücken zusammen und bestimmen so mit diesem Verhalten, dass sie als Ganzes, als eine Einheit wahrgenommen werden. Jeder Angreifer von aussen, der genau so wie die geldgierigen Finanzhaie sich in seiner Fressgier am Schwarm gütlich tun will, wird erfolgreich abgewehrt. Da gibt es keinen vom Sardinenschwarm gewählten Obervolkssardinenschwarmpräsidenten, der sein Volk nicht mitbestimmen lässt.
Mitbestimmen, genau das Wünsche ich euch für diese Woche und darüber hinaus.
Johann Vifian
Das Beste herauspicken
Herauspicken, und dann noch das Beste, wer tut das nicht gerne!
Fragt sich nur was das Beste ist?
Für den einen ist es dies für den andern ist es das. Was soll’s? Hautsache jeder hat das Gefühl erfolgreich das Beste herausgepickt zu haben.
Da soll es doch Homo Sapiens geben, die sich darauf spezialisieren das Beste herauszupicken. Zum Beispiel der Homo Sapiens www-E-Bay. Der hat sich im jahrelangen Heimstudium geradezu darauf spezialisiert aus dem World Wide Web das Beste herauszupicken. Oder die Homo Sapiens S-J sprich Schnäppchen-Jägerin.
Sie durchforstet in stundenlangen Shoppingtouren auf der Einkaufsmeile einer Grossstadt wo sie passende Schuhe findet. Beide Spezies entwickeln dabei, ganz dem Darwinschem Gesetze der Evolution folgend, besondere Fähigkeiten, die uns Otto normal Homo Sapiens abhanden kommen.
Und was finden wir Unterwasser? Diesmal die Spezies Chelmon rostratos, auf gut Deutsch der gebänderte Pinzettenfisch. Auch er hat sich auf seine eigene Weise darauf spezialisiert, im wahrsten Sinne des Wortes, das Beste herauszupicken. Ebenfalls dem Gesetz von Darwin folgend hat er sich eine Schnauze in der Form einer Pinzette angeeignet. Somit hat er die Fähigkeiten, im Gegensatz zu normalen Fressmündern, auch an nicht zugänglichen Orten das Beste herauszupicken.
Das Beste herauspicken, in welcher Form auch immer, das Wünsche ich euch in dieser Woche
Johann Vifian











